Homeoffice in Deutschland: Kaum Bewegung, aber deutliche Branchenunterschiede

Im Februar arbeitete fast jede vierte beschäftigte Person in Deutschland zumindest teilweise im Homeoffice – eine immer noch stabile Zahl.

heute 07:59 Uhr | 3 mal gelesen

Das Ifo-Institut hat mal wieder die Karten auf den Tisch gelegt: Dem jüngsten Bericht zufolge pendelt der Homeoffice-Anteil in Deutschland aktuell bei rund 24,3 Prozent. Interessant ist, wie wenig Schwankung da eigentlich drin ist. 2021, mitten im Homeoffice-Hype, lag der Höchststand noch bei über 32 Prozent, heute klingen die Zahlen fast wie ein eingeläuteter Alltag. Ifo-Experte Jean-Victor Alipour meint sogar, dass das Arbeiten von zu Hause längst in den meisten Branchen angekommen ist – und trotz kleiner Ausreißer mehr oder weniger zementiert wirkt. Und doch, wenn man mal genauer bohrt, tun sich tiefe Gräben zwischen den einzelnen Berufsbereichen auf: Während im Dienstleistungssektor satte 35 Prozent daheim werkeln (und IT-Leute so ziemlich jeden Rekord brechen: fast 76 Prozent!), sieht's im Bau mit mageren 4,5 Prozent geradezu nach Gegenwartspflicht aus. Der Handel sitzt irgendwo dazwischen, aber eigentlich mehr am unteren Ende der Skala. Man könnte meinen: Jeder, der kann, bleibt zuhause – der Rest, tja, der muss eben raus. Einzelne Unternehmen, die auf Rückkehr ins Büro pochen, ändern daran scheinbar wenig. Das Homeoffice hält sich wacker.

Seit 2022 bleibt der Homeoffice-Anteil in Deutschland auf relativ stabilem Niveau, trotz leichter Schwankungen nach oben und unten. Besonders präsent ist das Modell in der Dienstleistungs- und IT-Branche, während klassische Branchen wie Bau, Einzelhandel oder verarbeitende Industrie weiterhin weitestgehend auf Präsenz setzen – nicht unbedingt aus Prinzip, sondern weil’s der Arbeitsalltag verlangt. Neue Untersuchungen (u.a. laut dem Ifo-Institut) deuten darauf hin, dass dieser Zustand auf absehbare Zeit Bestand haben könnte, auch weil gesetzliche Regelungen und Arbeitgeberinteressen oft für Kontinuität sorgen. Zusätzlich berichtet die FAZ, dass die Einführung verpflichtender Homeoffice-Regelungen im Ausland teils zu deutlichen Produktivitätssteigerungen geführt hat, Unternehmen aber mit Herausforderungen wie Teamdynamik und Innovationsfähigkeit ringen. Auf taz.de wurde kürzlich diskutiert, wie sich Homeoffice auf die psychische Gesundheit von Arbeitnehmer*innen auswirkt – einige profitieren von mehr Flexibilität, andere kämpfen mit Isolation und Überstunden. Eine neue Studie auf spiegel.de hebt hervor, dass viele Führungskräfte Homeoffice langfristig nicht mehr als Ausnahme, sondern als festen Bestandteil moderner Arbeitskultur begreifen.

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