Frischer Wind für die Zukunft: Innovationspreis stärkt Medizin und Nanotechnologie am Campus Krems

St. Pölten/Krems – Zum sechsten Mal wurde am Campus Krems der renommierte tecnet accent Innovation Award verliehen. Die feierliche Zeremonie fand im Millenniumssaal des St. Pöltener Landhauses statt, wo beeindruckende wissenschaftliche Projekte für ihren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mehrwert ausgezeichnet wurden.

vor 39 Minuten | 1 mal gelesen

Irgendwie ist schon erstaunlich, was an einem gewöhnlichen Campus so aus Tüftlergeist entstehen kann. Der tecnet accent Innovation Award - vergeben von tecnet equity, dem accent Inkubator und der Universität für Weiterbildung Krems - will junge Forscherinnen und Forscher auf die Idee bringen, dass da draußen die Welt auf ihre Lösungen wartet. Gerade weil Forschung oft im Labor verstaubt bleibt, ist dieser Preis so wichtig: Er animiert, das Erarbeitete ins echte Leben zu schleusen – weg von der Theorie, hin zur nützlichen Praxis. Dieses Jahr reichte das Spektrum der Siegerprojekte von Hightech-Medizinpflastern bis zu schwindelerregenden Nanomaschinen. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hob in ihrer Ansprache nicht zum ersten Mal hervor, wie sehr frischer, innovativer Wind in Forschung und Wirtschaft dringend gebraucht wird, um Niederösterreich voranzutreiben. "Da, wo Kreativität auf Mut trifft, entstehen Lösungen, die Unternehmen und Leben verändern können", so ihre etwas markigen Worte. Den Hauptpreis schnappte sich diesmal Youbin Zheng (von der Danube Private University) – mit einem dezenten, fast unsichtbaren Hightech-Pflaster zur schmerzfreien Natrium-Messung. Klingt vielleicht erstmal nach Tüftlerkram, aber diese Patch-Technologie ist keine kleine Nummer: Sie könnte in Zukunft Patient:innen eine Menge Blutabnahmen ersparen; ihre Diagnosemöglichkeiten werden dadurch auch noch effizienter. Zwei Patente in der Tasche und weiteres in Aussicht sprechen da eine ziemlich deutliche Sprache. Nicht weniger spannend: Auf dem zweiten Rang landeten gleich zwei Forschungsteams. Sophie Roffeis’ „SparePlug“ – ein aus Meeresmaterialien gefertigtes Knorpel-Implantat, das nicht nur Umwelt-Gewissen befriedigt, sondern auch dem demografischen Wandel den Kampf ansagt. Genauso verdient: Markus Rothammers 3D-Druck-Knorpel namens „Printsicles“ - im Ernst: Wer hätte je geglaubt, dass Ersatz-Knorpel aus dem Drucker irgendwann Alltag werden könnte? All das klingt nach Science-Fiction, wird aber Stück für Stück Realität. Die Bronzemedaille nahm Yolanda Salinas Soler von der IMC Fachhochschule Krems für ihre erfindungsreichen Nanomaschinen mit nach Hause. Winzige, bewegliche Strukturen, die sich nach getaner Arbeit auch noch restlos auflösen – ob zur Zerstörung von Krebszellen oder zum Entfernen von Mikroplastik aus dem Wasser. Mir ist schon bewusst, das klingt fast zu schön, um wahr zu sein – aber genau diesen Forscherdrang und Optimismus braucht die Welt. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Awards wie dieser sind mehr als bloß Prämierungen für schlaue Köpfe. Sie sind Anschubser für Spin-offs, Start-up-Ideen – und Beweise dafür, dass Wissenschaft sich nicht im Kreis dreht, sondern tatsächlich etwas bewegt.

Der diesjährige tecnet accent Innovation Award am Campus Krems unterstreicht erneut die enorme Bandbreite und die gesellschaftliche Relevanz moderner Forschung – besonders im Bereich Medizintechnik und nachhaltiger Nanotechnologie. Das Siegertreppchen spiegelt aktuelle Trends wider: Von der nicht-invasiven Überwachung von Körpersalzen zur besseren Patientenversorgung, über umweltfreundliche Implantate, bis hin zu visionären Ansätzen für Präzisionsmedizin und Umweltschutz. Bemerkenswert ist, wie gezielt Nachwuchsforschende ermutigt werden, die Brücke zwischen Universität und wirtschaftlicher Anwendung zu schlagen. Mit mittlerweile über 100 ausgezeichneten Talenten setzt der Award wichtige Impulse für den Innovationsstandort Niederösterreich. Online lassen sich ergänzend weitere Entwicklungen zur Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft finden: In den letzten beiden Tagen berichtete die renommierte FAZ über Fortschritte in der regenerativen Chirurgie, und spiegel.de publizierte Analysen zur Bedeutung von Auszeichnungen für die Mobilisierung der Forschungsgemeinschaft. Auch t3n.de betonte den Trend zu alltagstauglichen Spin-offs im Gesundheitsbereich.

Schlagwort aus diesem Artikel