Frischer Wind für Reservistenarbeit: Neue Gesichter in Nordrhein-Westfalens Verbindungskommandos

Düsseldorf – Eine neue Welle an Reservistinnen und Reservisten verstärkt künftig die Verbindungskommandos (BVKs und KVKs) in Nordrhein-Westfalen. Rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind bei ihrer ersten Einweisung angekommen – für viele der Auftakt für eine neue Aufgabe im komplexen Geflecht zwischen Militär, Verwaltung und kommunalem Krisendienst. Brigadegeneral Hans-Dieter Müller, Chef des Landeskommandos, lobt das gewachsene Netzwerk und begrüßt jede helfende Hand, die Verantwortung für die Region übernimmt.

heute 09:59 Uhr | 3 mal gelesen

Verbindungsglied zwischen Bundeswehr und Alltag – genau das sind die Bezirks- und Kreisverbindungskommandos, von denen es in NRW ordentlich viele gibt. Sie springen ein, wenn Katastrophen drohen oder Behörden Unterstützung brauchen, und füllen eine Lücke, die man oft erst bemerkt, wenn’s mal brenzlig wird. Ein Reservist namens Martin S. (jetzt 41) ist eines dieser frischen Gesichter im Team: Früher Grundwehrdienst, längst ein Zivilist mit Verwaltungserfahrung, aber die Uniform hat nie ganz aufgehört zu passen. Als Teil des Krisenstabs in Dortmund während Corona hat er schon bewiesen, wie wichtig Erfahrung aus beiden Welten ist. Dabei klingt sein Lebenslauf fast wie ein Plädoyer für praxisnahes Engagement: Nach der Rückkehr in die „normale“ Arbeitswelt blieb die Lust auf Kameradschaft und Verantwortung wach. Die Bundeswehr ließ ihn nicht los, also kehrte er als Reservist zurück. Jetzt, im KVK Herne, gibt es weniger Abenteuer in der Fremde, dafür mehr Dienst direkt vor der Haustür – und mit munterer Vereinbarkeit von Alltag und Bereitschaftsdienst. Die Ausbildung? Die zieht sich über mehrere Etappen: Nach der ersten Einweisung in Düsseldorf geht es zum ZMZ-Kurs nach Nienburg, weiter zum Stabslehrgang und Aufbau-Workshops, bis sich alle fit fühlen für das Zusammenspiel von Militär, Kommunen und Behörden. Das Landeskommando sucht übrigens weiter nach neuen Freiwilligen – alle, die nach dem Dienstgrad Feldwebel noch Feuer und Lust auf Verantwortung haben, dürfen sich melden.

Mit der neuen Einweisung von zwanzig Reservistinnen und Reservisten stärken Nordrhein-Westfalens Verbindungskommandos ihr Personal – ein Netzwerk, das in Krisen oder bei Großschadensereignissen Brücken zwischen militärischen und zivilen Stellen schlägt. Das Zusammenspiel verschiedener Erfahrungshorizonte – wie der von Leutnant Martin S., der Verwaltung und Bundeswehr kennt – ist dabei Gold wert: Vielseitigkeit, Sachverstand und Verlässlichkeit machen die Verbindungskommandos so unersetzlich. Gleichzeitig betonen Experten wie Brigadegeneral Müller, dass die territoriale Verankerung der Reservekräfte elementar für Sicherheit und organisationale Schlagkraft vor Ort ist. Ergänzung (Stand Juni 2024, nach Recherche): - Die Bundeswehr setzt verstärkt auf territoriale Reserve, um bei neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen – Stichwort hybride Bedrohungen und Zivilschutz – schnell reagieren zu können (nachzulesen etwa bei der Süddeutschen und der FAZ). - Angesichts der angespannten Weltlage steigt auch der gesellschaftliche Rückhalt für die Bundeswehr, wie aktuelle Recherchen zeigen: Viele Kommunen sehen in Reservekräften eine willkommene Unterstützung, insbesondere bei Naturkatastrophen oder Pandemien. - Innerhalb der Bundeswehr gibt es außerdem Bestrebungen, die Attraktivität des Reservedienstes zu erhöhen, etwa durch flexiblere Einsatzmodelle und bessere Wertschätzung für zivil-militärisches Engagement.

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