Frischer Wind in SAPs Führungsetage: Vertriebsverantwortung neu verteilt

Im Führungskreis des Softwaregiganten SAP kündigt sich erneut eine spürbare Veränderung an – und das keineswegs leise.

heute 14:00 Uhr | 4 mal gelesen

Thomas Saueressig dürfte künftig eine noch größere Schlüsselrolle bei SAP spielen. Wie das "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) erfahren haben will, soll er sich nicht mehr ausschließlich um Kundenservice, sondern künftig auch um den Vertrieb kümmern. Aus firmeninternen Kreisen verlautet, dass sich damit manche Kräfteverhältnisse im Vorstand verschieben könnten – ganz abgesehen davon, dass SAP selbst zum Vorgang schweigt oder mindestens den Mund hält. Saueressig, Wirtschaftsinformatiker und seit 2019 im obersten Team, kümmerte sich zunächst federführend um die Entwicklung der Produkte. 2024 schnappte er sich den Bereich "Customer Services & Delivery", wobei spannend war, dass der Vertrieb als eigene Disziplin damals herausgelöst wurde. Jetzt dreht sich das Karussell in die andere Richtung und Saueressig hält künftig offenbar alle Fäden in den Händen, die sich um das Thema Kunden drehen. Zwischenfazit: Vorstandschef Christian Klein bekommt Rückendeckung. Seitdem Vertriebsvorstand Scott Russell im Sommer 2024 das Feld geräumt hat, schultert Klein diese Aufgabe mit – während operativ Manos Raptopoulos und Jan Gilg den Vertrieb rocken. Einen eigenen Vorstandsbereich Vertrieb gab es schon eine Weile nicht mehr. Die Entscheidung könnte also auch ein Stück Rückkehr zu Strukturen alter Schule sein – oder doch ein Aufbruch zu neuen Wegen?

SAP steht erneut vor strukturellen Umgestaltungen im Vorstand. Thomas Saueressig – bereits für Produktentwicklung und Customer Service verantwortlich – wird künftig auch den Vertrieb übernehmen und so sämtliche kundenrelevanten Bereiche bündeln. SAP kommentiert die Personalie offiziell bisher nicht, aber der Schritt entlastet Chef Christian Klein, der nach Scott Russells Weggang interimistisch Vertriebsvorstand war. Nach aktuellem Kenntnisstand sieht SAP weiterhin massiven Ausbau seiner Cloud-Angebote vor und bereitet größere organisatorische Veränderungen für künftige Wachstumsfelder vor. Laut "Handelsblatt" zielt die Maßnahme darauf ab, Prozesse effizienter zu verzahnen; Branchenanalysten beobachten den Umbau allerdings auch kritisch, da die Cloud-Strategie von SAP unter heftigem Marktdruck steht. In den letzten Tagen wurde zudem bekannt, dass SAP weiter auf Restrukturierungen setzt, um global wettbewerbsfähig zu bleiben, und Diskussionen um die KI-Integration verschärfen den Druck auf Vorstand und Belegschaft.

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