Manchmal muss man einfach mutig voranschreiten – auch wenn der Weg alles andere als komfortabel ist. Genau das tut nun das Bundesverkehrsministerium und lockt mit bis zu 14 Millionen Euro an Förderung für Projekte, die Binnenschiffe emissionsfrei aufs Wasser bringen. Klingt nach viel Geld – und irgendwie ist es das auch, zumindest wenn man bedenkt, was in deutschen Häfen und auf Wasserstraßen in Sachen Transformation sonst so tropfenweise passiert. Diese Förderung ordnet sich ein in die zweite Förderlinie, ziemlich trocken genannt: „Regionale Verlagerung von ÖPNV und Wirtschaftsverkehr“ im Programm „Grüne Binnenschifffahrt“. Im Kern geht es aber um nicht weniger, als neuen Schwung in betagte Wasserwege zu bringen. Einmal Elektrifizierung, bitte, oder auch gleich Wasserstoff!
Spannend: Die Hilfen beschränken sich nicht auf nagelneue Schiffe – auch bestehende Kähne dürfen eine Frischzellenkur beantragen, sofern sie künftig emissionsfrei durchs Revier tuckern. Infrastruktur, also etwa Ladesäulen oder Wasserstofftankstellen in Häfen, wird ebenfalls gefördert. Eigentlich ganz logisch. Ein bisschen wie E-Bikes, nur mit mehr Wellenschlag. Anträge? Ja, das Prozedere kommt einem bürokratischen Hindernislauf gleich, denn erst ab September 2026 ist das Einreichen möglich, Stichtag ist der 19. Oktober desselben Jahres. Zugelassen sind Kommunen, Unternehmen und eigentlich alle, die in Deutschlands Wirtschaft auf Wasser setzen. Hätte ich ein Frachtschiff, ich wüsste, was ich täte. Nebenbei bemerkt: Wer von alternativen Antrieben schwärmt, stößt spätestens im Hafen auf ganz eigene Probleme. Aber es ist ein Anfang, und vielleicht, vielleicht setzt das ein paar steife Verhältnisse in Bewegung.
Die Investition des Bundesverkehrsministeriums soll der schlingernden deutschen Binnenschifffahrt frischen Wind verleihen und umweltfreundlich neu ausrichten. Besonders auffällig ist, dass nicht nur der Schiffsantrieb, sondern auch die dringend benötigte Infrastruktur im Fokus steht – also ein Wandel, der nicht beim einzelnen Boot stehen bleibt. Aktuell wird im ganzen europäischen Kontext über die klimafreundliche Transformation der Binnenschifffahrt diskutiert, insbesondere mit Blick auf die zunehmende Notwendigkeit, Straßengüterverkehr auf alternative Wege wie Flüsse und Kanäle zu verlagern. Laut Medienberichten sollen somit nicht nur CO2-Emissionen massiv gesenkt, sondern perspektivisch auch neue Jobs im Bereich innovative Mobilität und Technik geschaffen werden. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland bislang deutlich hinter den Niederlanden oder Frankreich her, wenn es um Null-Emissions-Flotten geht – das Förderprogramm könnte das ändern.