Steffen Krach verteidigt seine Einschätzung zur Sicherheit in Berlins U-Bahn

SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach kontert die Kritik an seinen Äußerungen zum Sicherheitsgefühl in der Berliner U-Bahn – und stellt klar, warum er seine Perspektive für relevant hält.

heute 12:33 Uhr | 2 mal gelesen

Es ist schon kurios, wie ein Nebensatz plötzlich Wellen schlägt. Steffen Krach, der bei der Abgeordnetenhaus-Wahl für die SPD antritt, wurde nach seiner offenen Einschätzung zur gefühlten Sicherheit in den Berliner U-Bahnen scharf angegangen – besonders von Comedian Felix Lobrecht. Der unterstellt ihm, als Hannoveraner sei Krach weltfremd und hätte Berlins Eigenheiten gar nicht verstanden. Krach ließ das nicht auf sich sitzen: Er wohne nun ein Vierteljahrhundert in Berlin, das würde genügen, um sich ein Bild machen zu können. Und was das Sicherheitsgefühl betrifft? Klar, meint Krach, als weißer, heterosexueller Mann sei er weniger gefährdet. Andere würden das ganz anders erleben, etwa Frauen oder queere Menschen – das geben die Statistiken her. Deshalb, so seine Ansicht, sollte man auch aussprechen dürfen, was ist. Dass dieses Statement nun Widerspruch weckt, irritiert Krach eher. Trotzdem betonte er, sich als Bürgermeister für die Sicherheit aller einsetzen zu wollen – auf den Straßen, im Nahverkehr, in den Schulen. Man könne über vieles diskutieren, aber diese Realität dürfe man nicht schönreden. Ach ja: Er würde übrigens jederzeit mit Lobrecht – oder jeder anderen kritischen Stimme – darüber debattieren.

Steffen Krach verteidigt seine Aussage, in der er eingeräumt hatte, sich persönlich als weißer, heterosexueller Mann in der Berliner U-Bahn sicherer zu fühlen, während andere Personengruppen stärker von Unsicherheiten betroffen seien. Krach betont die Bedeutung offener Kommunikation über unterschiedliche Erfahrungen mit Sicherheit und verweist auf offizielle Statistiken, die gefährdete Gruppen bestätigen. Recherchen zeigen: In Berlin ist das subjektive Sicherheitsgefühl seit Jahren ein öffentlich diskutiertes Thema – 2024 gab es laut Berliner Polizei erneut einen Anstieg bei Angriffen auf queere Menschen sowie antisemitische und rassistische Übergriffe, was die Wahrnehmung und die Forderung nach politischen Maßnahmen verstärkt. Viele Berliner wünschen sich mehr sichtbare Präsenz der Polizei und gezielte Präventionsprogramme, vor allem in sensiblen Bezirken. Auch aktuelle Medienberichte bestätigen, dass die Diskussion um Sicherheit im ÖPNV fortlaufend von Politiker*innen, Expert*innen und Betroffenen geführt wird, wobei die Perspektiven weiterhin auseinandergehen.

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