Ab dem 1. Oktober schlägt Michael Roth, der lange das politische Parkett der Berliner Republik prägte, neue Wege ein: Er arbeitet zukünftig beratend für den Deutschen Lotto- und Totoblock, Zusammenschluss aller 16 Landeslotteriegesellschaften. Das hat der 'Stern' zuerst erwähnt, Roth hat's auf Nachfrage bestätigt. Mit der Freedomfighter GmbH will er international und europäisch beratend tätig werden. Sein neues Feld: Die europarechtlichen Fallstricke rund um das deutsche Glücksspielmonopol, das der EU-Kommission ein Dorn im Auge zu sein scheint. Die Lottogesellschaften hängen an einem Staatsvertrag, der demnächst überarbeitet werden muss – und genau dabei soll Roth mitmischen. Für ihn geht es übrigens nicht bloß um Millionen-Lottozahlen oder trockene Paragrafen; vielmehr betont er, dass jährlich beträchtliche Summen, also um die 3,4 Milliarden Euro, in den Sport, Kulturbetrieb und soziales Engagement fließen. Nach fast 27 Jahren im Bundestag – zuletzt als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses – will Roth aber auch künftig seine Stimme in politischen Debatten einbringen. Politik bleibt eben manchmal eine Frage des Loses.
Michael Roth wechselt vom politischen Parkett in die Glücksspielbranche und wird ab Oktober strategischer Berater für die deutschen Lottogesellschaften. Im Fokus stehen rechtliche Grundlagen des staatlichen Glücksspielmonopols, das unter europarechtlichem Druck steht, und die Neuverhandlung des Staatsvertrags. Neben Roths Beratertätigkeit ist der Diskurs um die Rolle des Lottos in der Gesellschaft und die Debatte um Privatisierung weiterhin hochaktuell. Aktuelle Medienberichte heben hervor, dass die europäische Kritik an deutschen Glücksspielregeln wächst und die Diskussion um Gemeinwohlförderung durch staatliche Lottogelder in Politik und Öffentlichkeit an Dynamik gewinnt.