NRW lässt das Lkw-Sonntagsfahrverbot länger ruhen

Angesichts des weiter anhaltenden Niedrigwassers setzt Nordrhein-Westfalen das bekannte Lkw-Fahrverbot an Sonntagen bis Ende September außer Kraft.

heute 14:59 Uhr | 2 mal gelesen

Bis zum 30. September dürfen in NRW Lkw auch sonntags rollen – das wurde von einer Sprecherin aus dem Verkehrsministerium unter Oliver Krischer (Grüne) gegenüber der 'Rheinischen Post' bestätigt. Das Land hat eine neue Regelung erlassen.
Die Logistiker atmen etwas auf. Christoph Kösters, Chef des Verbands Verkehrswirtschaft und Logistik NRW, äußerte sich dankbar: "Genau darum hatten wir die Politik gebeten." Man habe Transporte flexibel auf die Straße verlagern und dank einer Ausweitung auf 44 Tonnen Schwergut mehr bewältigen können. Dennoch, betont Kösters, könne der Straßenverkehr das Defizit durch die teilweise lahmgelegte Binnenschifffahrt nicht voll auffangen. Fahrer und Lkw sind schlichtweg zu knapp bemessen.
Ein weiterer Aspekt: Gefahrgutcontainer dürfen derzeit länger in den Häfen lagern. "Das hat Luft verschafft und das System entlastet," so Kösters. Glücklicherweise blieben befürchtete neue Staus aus, manche Transporte wurden auf die Schiene umgelenkt – auch wenn die Bahn nicht beliebig Kapazität freimachen kann.
Generell will der Verband jedoch am Sonntagsfahrverbot festhalten: Lkw-Fahrer benötigen Wochenende und Erholung. Dennoch plädiert man für etwas mehr Spielraum, wie z.B. differenzierte Regelungen an Feiertagen und vielleicht ein früheres Fahrende am Sonntag – etwa 19 oder 20 Uhr statt wie bisher 22 Uhr.

NRW weitet die Aussetzung des Lkw-Sonntagsfahrverbots wegen Niedrigwasser bis Ende September aus, um Transportengpässe abfedern zu können. Die Logistikbranche entlastet das durchaus, warnt aber vor dauerhafter Überstrapazierung von Fahrern sowie einer kompletten Aufhebung des Verbots. Zuletzt wurde das Thema bundesweit diskutiert: Der Bundesrat möchte das Lkw-Fahrverbot an regionalen Feiertagen bereits flexibler handhaben, was in der Branche überwiegend positiv aufgenommen wird. Ergänzung: Die Rhein veröffentlicht Ende Juni einen der niedrigsten Wasserstände der letzten Jahrzehnte, was nicht nur die Treibstoffversorgung, sondern auch Importe für verschiedene Industrien erschwert (z.B. Chemie und Bau). Laut aktuellen Medienberichten erwägen auch andere Bundesländer temporäre Aussetzungen von Sonntagsfahrverboten für Lkw, um Lieferketten nicht endgültig zu unterbrechen. Die Gewerkschaft kritisiert dennoch die langfristige Belastung der Fahrer und fordert Alternativen wie mehr Bahntransporte und Investitionen in die Infrastruktur – für diese fehlen häufig aber Kapazitäten und Planungssicherheit.

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