Wie soll man sich verhalten, wenn beim Nachbarn scheinbar Unmögliches auf einmal klappt? Die VW-Mitarbeiter fragen sich stirnrunzelnd, warum in Stuttgart – sprich: bei Porsche – Modelle möglich sind, die in Wolfsburg eher für Grummeln sorgen. „Vielleicht schaut die Führungsriege in Wolfsburg ja doch mal rüber und lässt sich inspirieren“, so Benner gegenüber der ‚Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung‘. Was ist passiert? Porsche und der Betriebsrat haben sich Ende Juli geeinigt: 5.000 Jobs fallen weg, aber niemand wird betriebsbedingt rausgeworfen. Der Stellenabbau kommt über Altersteilzeit, freiwillige Lösungen und das schlichte Nicht-Neubesetzen freiwerdender Posten. Dafür gibt es im Gegenzug Jobgarantien bis mindestens 2035. Im Hause Volkswagen sieht das allerdings düsterer aus. Laut Handelsblatt wackeln bis zu 50.000 Jobs – und vier deutsche Werke stehen offenbar auf dem Spiel. Benner schimpft, das sei ein nie da gewesener Schlag gegen die Belegschaft. Besonders Werke in strukturschwachen Gegenden wie Emden oder Zwickau könnten die Zeche zahlen. Man habe den Eindruck, da werde mit der Axt geschwungen – ohne Rücksicht. Dennoch bleibt ein Hoffnungsschimmer für das Werk in Osnabrück: Es gibt Übernahmegespräche mit einem israelischen Rüstungsunternehmen – obwohl VW-Investor Qatar die Idee skeptisch beäugt. Benner glaubt trotzdem, dass das Werk bewahrt werden kann. „Wir arbeiten an einer Lösung, die am Ende passt.“ Zugegeben – Gewissheit gibt es natürlich nicht.
IG Metall-Chefin Christiane Benner stellt das Vorgehen von Porsche als positives Beispiel dar und fordert, dass VW nachziehen soll: Ein reiner Stellenabbau sei nicht zielführend, Beschäftigungssicherung müsse auch im Vordergrund stehen. Während sich VW auf einen tiefgreifenden Sparkurs vorbereitet und massive Stellenstreichungen drohen, sieht Benner bei Porsche einen sozialeren Weg mit freiwilligen Lösungen und garantierter Arbeitsplatzsicherung. Aktuell sind im VW-Konzern bis zu 50.000 Stellen sowie einige Werke (z.B. Emden, Zwickau) gefährdet, bei Porsche wurde der Sparkurs verbunden mit Zusagen an die Beschäftigten. Der mögliche Verkauf des Standorts Osnabrück an den israelischen Konzern Rafael ist noch nicht durch, Renommierte Medien wie die FAZ, Handelsblatt und Süddeutsche berichten, dass die Verhandlungen unter hoher politischer und wirtschaftlicher Spannung stehen und eine Einigung bisher auf wackeligen Füßen steht. Energie- und Verkehrswende, die Kostenbelastung durch E-Mobilität und internationale Konkurrenz üben zusätzlichen Druck auf die Konzerne aus.