Wer hätte das gedacht: Nadine Keßler, gerade von vielen als absolute Wunschkandidatin gehandelt, hat dem Ruf aus dem Bundeskanzleramt widerstanden. Sie steht – das geht aus Regierungskreisen hervor – für das Amt der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt nicht zur Verfügung, wie zuerst von der "Bild" berichtet wurde. Damit bläst Friedrich Merz nun zur erweiterten Suche: Ersatz für Christiane Schenderlein (CDU) muss also weiterhin gefunden werden, und das Gesicht der neuen Besetzung muss nicht zwingend aus der Welt des Fußballs stammen. Offenbar denken Kanzleramt und Umfeld längst größer – unter den Bewerberinnen zählen etwa auch Olympia-Goldmedaillengewinnerinnen oder andere bekannte Persönlichkeiten aus dem deutschen Sport. Es geht um Signalwirkung, und zwar ausdrücklich für Breiten- wie Leistungssport. Während Keßler, die 2014 als beste Fußballerin der Welt ausgezeichnet wurde und zahlreiche Titel holte, ihre Zukunft offenbar eher im Verbandsmanagement sieht – möglicherweise bei der neuen Frauenfußball-Bundesliga – bleibt die Nachfolge des vakanten Postens offen. Und irgendwie passt das Ganze ja ins Bild der letzten politischen Wochen: Alles scheint möglich, nichts ist sicher und die Entscheidungen fallen dann doch oft anders als erwartet.
Merz’ ursprüngliche Favoritin für das Sport-Staatsministerium, Nadine Keßler, lehnt überraschend ab. Die Nachfolgersuche ist wieder offen – und nun werden auch Kandidatinnen aus anderen Sportarten in Betracht gezogen, damit ein klares Signal für die sportliche Vielfalt Deutschlands ausgesendet wird. Hintergrund der Umstrukturierung ist der Wechsel von Christiane Schenderlein ins Gesundheitsministerium, der die Lücke in der Staatsminister-Riege hinterließ. Die Motive von Keßler sind noch nicht öffentlich gemacht, allerdings steht sie angeblich bei der neuen Frauenfußball-Bundesliga ganz oben auf der Liste für eine Führungsposition, was ihren Verzicht zumindest verständlicher macht. Recherchen zufolge sind in anderen Medien die Gründe für Keßlers Absage samt Reaktionen aus Sport und Politik sowie Details zu möglichen Nachfolgerinnen noch spärlich, einige Namen fallen jedoch bereits im Zusammenhang mit deutschen Olympionikinnen und anderen Sportgrößen. Laut neuen Berichten wird innerhalb der CDU diskutiert, ob das Amt künftig grundsätzlich breiter aufgestellt werden sollte, um mehr gesellschaftliche Gruppen einzubeziehen. Die personalpolitische Baustelle für den CDU-Vorsitzenden Merz bleibt jedenfalls aktuell sehr sichtbar.