An Ampeln und Plakatwänden in Mecklenburg-Vorpommern prangt nun das Konterfei von Friedrich Merz – ein Fischbrötchen in der Hand, daneben der Spruch: "Der Fisch stinkt vom Kopf!" Nebenher steht in fetten Lettern: "Inhalte statt Fischbrötchen". Die Linke will damit nachlegen im Streit um die CDU-Kampagne und gleich die Gelegenheit nutzen, um das politische Profil der Christdemokraten anzugreifen. „Es ist schon bezeichnend, dass die CDU soziale Missstände mit Werbehäppchen übertünchen will. Wer heute ein Fischbrötchen präsentiert, kassiert morgen an anderen Stellen ab", kritisiert Landeschef Hennis Herbst. Besonders empört ihn, dass im Alltag die steigenden Preise bei Miete, Lebensmitteln und Sprit die Menschen belasten, während "die CDU nichts als Plattitüden serviert".
Für Herbst steht fest: "Wir müssen uns fragen, ob sich noch jeder ein simples Fischbrötchen gönnen kann oder ob das bald schon zum Luxus wird.“ Die CDU ließ die Vorwürfe jedoch nicht lange im Netz stehen: Spitzenkandidat Daniel Peters konterte mit; "Fisch ist nun mal gesund! Und ein Fischbrötchen schadet weder Hirn noch Nerven – das täte manchem Linken bestimmt auch ganz gut." Zumal die CDU, so Peters, für die vernünftige Mitte steht – im Unterschied zu Parteien, die nach seiner Einschätzung nur Aggressivität verbreiten. Beiläufig verteidigte Peters auch das Fischbrötchen in der CDU-Kampagne, gab aber einen kleinen Seitenhieb zurück, da es aus Sicht der SPD nicht regional genug sei.
Am Ende steht mehr als nur ein Streit ums Brötchen. Die Frage, wie Parteien im Wahlkampf mit Symbolen und echten Problemen umgehen, hängt nun am Haken – und der Geruch der Debatte verflüchtigt sich so schnell nicht.
Die Diskussion um das CDU-Fischbrötchen-Plakat in Mecklenburg-Vorpommern hat die Debatte über Sinn und Glaubwürdigkeit politischer Kampagnen erneut entfacht. Neben der Linken, die mit pointierter Ironie auf soziale und wirtschaftliche Sorgen aufmerksam macht, reagierte auch die CDU mit robustem Selbstbewusstsein und setzte ihrerseits auf regionale Identität. Laut aktuellen Berichten wird das Fischbrötchen zur Metapher für größere gesellschaftliche Auseinandersetzungen um soziale Gerechtigkeit, Glaubwürdigkeit in der Politik und die Frage, wessen Alltagsthemen wirklich im Mittelpunkt stehen.
Zusätzlich besteht weiterhin mediale Aufmerksamkeit für die Instrumentalisierung von Symbolen im Wahlkampf. Gerade in Mecklenburg-Vorpommern bleibt zudem der Vorwurf im Raum, die CDU habe mit ihrem Plakat eher Werbeästhetik als substanzielle Argumente geliefert und zudem regionale Produkte nicht ausreichend berücksichtigt. Aus der aktuellen Presselandschaft kristallisiert sich heraus, dass das Thema "Echtheit versus Marketing" im politischen Diskurs an Bedeutung gewinnt.