Mia von Hirsch wirkt beim Hessischen Rundfunk in mehreren Bereichen – sie schlägt Brücken zwischen dem crossmedialen Reporterteam 'X-Lab', der Kulturredaktion und gelegentlichen Auslandseinsätzen im ARD-Studio Los Angeles oder beim hr-Auslandsdesk. Seitdem sie 2023 ihr multimediales Volontariat abschloss, bringt sie ihre Bandbreite an Wissen und Erfahrung in der hessischen Regionalberichterstattung ein. Besonders in brenzligen Lagen oder bei internationalen Themen findet sie sich schnell zurecht, übernimmt dabei oft kurzfristig Vertretungen der Auslandskorrespondenz – vor allem im Hörfunk.
Die Jury lobte ausdrücklich Mia von Hirschs Fähigkeit, Empathie und kritische Distanz eindrucksvoll zu verbinden. Sie stelle unbequeme Fragen, höre aktiv zu – und erzähle so, dass ihre Stories nicht nur informieren, sondern mitten ins Herz treffen und Nachdenken auslösen. Ihre journalistischen Arbeiten sind gesellschaftlich relevant und dabei niemals oberflächlich, egal ob knappes Audio oder ausführliche Reportage.
Was besonders hervorsticht: ihre investigative Ader. In jüngster Zeit sorgten ihre Recherchen zu dubiosen Schmerzbehandlern aus dem Rhein-Main-Gebiet, zur Öko-Sekte 'Lebe gesund' in Hessen oder zu einem anonymen Samenspender mit überraschend vielen Nachkommen in Mittelhessen für breite Resonanz über Radio, Fernsehen und digitalen Kanälen – teils erreichten sie ein Millionenpublikum.
Gleichzeitig gelingt es ihr, das Vertrauen unterschiedlichster Menschen zu gewinnen – sei es mit Flutopfern, Wohnungslosen am Frankfurter Flughafen, jungen jüdischen Menschen in Hessen oder Suchtkranken. Sie bleibt immer neugierig und zugewandt, ohne an journalistischer Sorgfalt zu verlieren. In ihren Interviews, so die SR-Programmdirektorin Sonja von Struve in der Laudatio, verlören die Gesprächspartner oft das Gefühl für das 'Mikrofon im Raum' und erzählten frei und ehrlich von ihren Lebenswelten.
Auch in kulturellen Themen zeigt Mia von Hirsch erzählerisches Können – sei es für die Sendung 'Hauptsache Kultur', 'ttt' oder als Reporterin aus den Vereinigten Staaten, wo sie über große gesellschaftliche Verschiebungen, aktuelle Trends und bewegende Einzelschicksale berichtet – gerne auch mit einer Prise Drama.
Die Preisverleihung an Mia von Hirsch würdigt beispielhaften, modernen Crossmedia-Journalismus, der auf gesellschaftliche Verantwortung setzt.
Zum Kurt-Magnus-Preis: Seit 1962 wird der Kurt-Magnus-Preis von der ARD an junge Journalistinnen und Journalisten im Audiobereich vergeben. Organisiert unter Federführung des Hessischen Rundfunks, zählt er zu den wichtigsten Hörfunkauszeichnungen in Deutschland. Im Jahr 2026 geht der mit 7.000 Euro dotierte Hauptpreis an Selin ‚Selly‘ Kahya (rbb), den zweiten erhält Rebecca Barth (WDR, 5.000 Euro), den dritten teilen sich Mia von Hirsch (hr) und Luisa Meyer (Deutschlandradio, 4.000 Euro), der vierte wurde an Sophie Anggawi vergeben (3.000 Euro).
Mia von Hirsch wurde für ihre außerordentliche Mischung aus investigativer Recherche, Empathie und klarem journalistischem Profil mit dem dritten Preis des Kurt-Magnus-Preises 2026 ausgezeichnet. Ihre Beiträge reichen von Skandalen in Medizin und alternativer Szene bis hin zu sehr persönlichen Geschichten von Menschen am Rande der Gesellschaft. Diese Bandbreite und die crossmediale Herangehensweise (TV, Radio, Online) spiegeln einen aktuellen Wandel im deutschen Journalismus wider: Nähe zu Protagonist:innen, ausführliche Hintergrundanalysen und die Bereitschaft, auch unbequeme Themen zu beleuchten.
Die Jury lobte explizit ihre Fähigkeit, sowohl prägnante als auch tiefgehende Reportagen für verschiedene Medien zu gestalten – eine Kompetenz, die angesichts der digitalen Transformation in der deutschen Medienlandschaft als besonders wertvoll gilt. Laut aktuellen Pressestimmen (taz, spiegel, TheLocal) wächst der Druck auf Journalist:innen, relevante, integrierte Geschichten zu liefern, die auf mehreren Kanälen Resonanz finden – damit steht Mia von Hirsch beispielhaft für einen neuen Typ Hörerlebnis-Journalismus, der Nahbarkeit und Fakten miteinander verbindet. Zudem hat sie mit ihren investigativen Arbeiten aktuelle Diskussionen zur Transparenz und Ethik im deutschen Journalismus befeuert: So wurde etwa ihre Serie zu medizinischem Missbrauch im Rhein-Main-Gebiet nicht nur auf Social Media breit geteilt, sondern auch in etablierten Redaktionen intensiv diskutiert. Der Kurt-Magnus-Preis 2026 und die ausgezeichneten Arbeiten zeigen, wie junge Journalist:innen den Takt der öffentlichen Debatte mitbestimmen.