Immer mehr Firmen in Deutschland setzen den Rotstift beim Personal an

Vor allem in Handel und Industrie hat sich der Trend zum Stellenabbau wieder verstärkt – eine grundlegende Trendwende am Arbeitsmarkt ist nicht in Sicht.

heute 08:13 Uhr | 3 mal gelesen

Vielleicht ist das nur ein Zwischentief, vielleicht aber mehr: Deutschlands Firmen scheinen jedenfalls aktuell wenig Lust auf Neueinstellungen zu haben. Klaus Wohlrabe vom renommierten Ifo-Institut brachte es am Freitag ziemlich nüchtern auf den Punkt: 'Der Arbeitsmarkt bleibt schwach.' Wer gehofft hatte, nach den letzten Krisenjahren könnten die Beschäftigungszahlen jetzt durchstarten, wird enttäuscht. Das berühmte Beschäftigungsbarometer rutschte im Juni von 93,9 auf nur 92,3 Punkte ab – ein weiterer Schritt nach unten. Auffällig: Die Industrie – sonst oft der Jobmotor – steht weiter unter Druck. Auch wenn das Barometer hier ein winziges Plus zeigt, sind die Pläne bei Neueinstellungen eher Mau. Im Handel, ob groß oder klein, wird sogar wieder mehr Personal abgebaut. Dienstleister hingegen zeigen sich verhaltener, ihr Optimismus ist aber auch auf dem Rückzug. Besonders bitter sieht es bei Zeitarbeitsfirmen und in der Tourismusbranche aus. Ärgerlich, wenn man an all die Saisonkräfte denkt, die nun in der Luft hängen. Der Bau hält dagegen die Stellung – so richtig Schwung nach oben gibt es aber auch dort nicht. Aber, wenn man ehrlich ist: Wer will gerade Bauarbeiter entlassen, während andernorts schon niemand mehr einstellt? Paradoxer Arbeitsmarkt, Deutschland-Style.

Die neuesten Zahlen vom Ifo-Institut zeigen: Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt kaum Anzeichen der Erholung. Über viele Branchen hinweg, insbesondere Industrie und Handel, kündigen Unternehmen wieder spürbar stärkere Stellenstreichungen an. Dienstleister rudern leicht zurück, aber von Optimismus gibt es auch dort wenig zu spüren. Laut aktuellen Medienberichten ist das Problem tiefgreifend, vielfach ausgelöst durch schleppende Wirtschaftsleistung, schwächelnde Nachfrage und die geopolitische Unsicherheit infolge globaler Krisen. Gerade Leiharbeit und Tourismus, die ohnehin krisengeplagt sind, geraten besonders unter Druck. Die Baubranche bleibt ein Sonderfall – hier bemüht man sich, das Personal zu halten, auch wenn Wachstumsimpulse rar sind.

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