Immer weniger Höfe, doch mehr Schweine: Ein Blick auf die deutsche Tierhaltung

Die Schweinehaltung in Deutschland wandelt sich rasant: Weniger Betriebe, dafür aber mehr Tiere – ein scheinbar widersprüchlicher Trend mit weitreichenden Folgen.

26.06.26 08:37 Uhr | 33 mal gelesen

Kurios eigentlich: Während die Anzahl der schweinehaltenden Betriebe in Deutschland beständig schrumpft, wächst die Zahl der Tiere. Laut frischer Daten vom Statistischen Bundesamt, die am Freitag veröffentlicht wurden, gibt es Anfang Mai nur noch rund 14.700 solcher Betriebe. Das sind 550 weniger als im Jahr zuvor – eine Abwärtsbewegung von 3,6 Prozent. Über zehn Jahre betrachtet, ist sogar fast die Hälfte der Betriebe verschwunden. Spannend: Der aktuelle Schweinebestand liegt jedoch bei ca. 21 Millionen, also ein kleines Plus von 0,6 Prozent (etwa 131.000 Tiere mehr als im Vorjahr). Aber: Seit 2016 ist insgesamt deutlich weniger Schwein – um genau zu sein, 22,5 Prozent weniger –, was sechs Millionen Tieren entspricht. Das Bild verdeutlicht: Die verbliebenen Höfe werden immer größer. Früher, 2016, hatte ein Hof durchschnittlich 1.100 Tiere, heute sind es etwa 1.400.

Wie sieht’s mit Rindern aus? Knapp 10,4 Millionen standen Anfang Mai in den Ställen, davon 3,6 Millionen Milchkühe. Auffällig: Die Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr fast gleich geblieben, nur ein minimaler Aufwärtstrend (+0,2 Prozent bei den Rindern, +0,3 Prozent bei den Milchkühen). Im Langzeit-Vergleich geht’s aber auch bei ihnen nach unten: 17,6 Prozent weniger Rinder, 16 Prozent weniger Milchkühe als 2016. Das Schwein ist also auffälliger unterwegs als die Kuh – jedenfalls was Bestand und Strukturwandel betrifft. Es bleibt festzuhalten: Die Landwirtschaft sortiert sich kräftig um, nur selten augenfällig für Außenstehende.

Die Tierhaltung in Deutschland befindet sich in einem Umschwung: Immer weniger, zugleich aber größere Betriebe prägen mittlerweile die Landschaft. Während die Zahl der hältenden Schweinebetriebe in den letzten zehn Jahren um rund 40 Prozent gesunken ist, wurden die verbliebenen Höfe massiv vergrößert – ein einzelner Betrieb hält heute im Schnitt etwa 300 Schweine mehr als noch vor zehn Jahren. Gleichzeitig ist der Gesamtbestand an Schweinen seit 2016 zwar beträchtlich zurückgegangen, hat aber im letzten Jahr erstmals wieder leicht zugelegt. Zugleich verharrt die Zahl der Rinder und Milchkühe auf nahezu konstantem Niveau, wobei der Gesamttrend auch hier abwärts zeigt. Dieses Bild deckt sich mit Berichten auf großen Nachrichtenportalen wie FAZ und Die Zeit, die die Konzentration der Tierhaltung auf immer weniger, aber größere Betriebe und die anhaltenden Herausforderungen für kleine und mittlere Landwirtschaftsbetriebe hervorheben. Aktualisierte Recherchen zeigen außerdem, dass verschärfte Auflagen, sinkende Rentabilität und der demographische Wandel der Landwirt:innen weiter Druck auf die Struktur der Agrarlandschaft ausüben. Zudem wird über Proteste von Landwirt:innen berichtet, die immer wieder auf die schwierigen Wirtschaftsbedingungen aufmerksam machen.

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