Israels Botschafter über den möglichen Wandel im Iran: Ein Plan für danach? Fehlanzeige.

Ron Prosor, Israels Botschafter, gibt offen zu: Was nach einem möglichen Umbruch im Iran folgen könnte, ist ungewiss. Im Gespräch mit dem Berlin Playbook Podcast (POLITICO) räumt er ein, dass es auf die Frage nach einer neuen Führung keine solide Antwort gibt. Für ihn zählt vor allem, dass die iranische Führung in ihrer jetzigen Form Geschichte wird – alles Weitere sei aktuell noch ein Nebel.

heute 05:02 Uhr | 2 mal gelesen

Prosor nimmt kein Blatt vor den Mund: Es gehe darum, die Machtstrukturen des Regimes – insbesondere die Revolutionsgarden – gezielt zu schwächen. Ein tatsächlicher Wandel könne letztlich nur aus dem Innersten der iranischen Gesellschaft selbst erwachsen, sagt er. Er scheint dabei die Frustration und den Freiheitsdrang in der Bevölkerung zu erkennen, lässt aber auch Zweifel durchblicken, wie eine Zukunft nach dem Regime konkret aussehen könnte. Deutschland hebt er in seiner Beurteilung hervor – nicht zuletzt wegen der wichtigen Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation. Das, so meint Prosor, sei ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung, auch wenn der weitere Weg schwer zu fassen bleibt. Die Welt – mal ehrlich – ringt noch mit Antworten auf das 'Was dann?'. Da bleibt manches offen.

Israels Botschafter Ron Prosor konstatiert, dass gegenwärtig niemand wisse, wer nach einem Sturz des derzeitigen iranischen Regimes die Führung übernehmen könnte. Er betont, dass Veränderung nur von innen heraus gelingen kann und setzt große Hoffnung auf die Unzufriedenheit und den Freiheitswunsch der iranischen Bevölkerung. Internationale politische Schritte wie die deutsche Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation bewertet er als entscheidend dabei; dennoch fehlt aktuell jede klare Vision für die Zeit 'danach'. Im Netz machen sich aktuell viele Stimmen Gedanken: Mehrere westliche Regierungen betonen, dass ein Regimewechsel im Iran zwar als Möglichkeit im Raum steht, aber gefährlich instabil werden könnte, sollte es keinen klaren Plan für eine Übergangsregierung oder gesellschaftlichen Neuanfang geben. Die Revolutionsgarden bleiben das größte Machtinstrument des aktuellen Regimes; ihre mögliche Auflösung könnte zu ähnlichen Machtkämpfen führen wie nach dem Sturz Saddam Husseins im Irak (2003), als eine rasche Entwaffnung ohne Plan zu Chaos beitrug. In sozialen Netzwerken und Kommentarbereichen zeigt sich zudem die Skepsis der Exil-Iraner, ob der Westen den berechtigten Wunsch nach Selbstbestimmung und Freiheit wirklich unterstützt oder am Ende wieder auf geopolitische Eigeninteressen setzt.

Schlagwort aus diesem Artikel