Angesichts der aktuellen Lage im Iran blickt Felbermayr, der als künftiger Wirtschaftsweiser gilt, mit gemischten Gefühlen auf die Auswirkungen. Im Gespräch mit der "Welt" bringt er es auf den Punkt: Die deutsche Wirtschaft kann einen weiteren globalen Unsicherheitsfaktor aktuell wirklich nicht gebrauchen – als wäre da nicht ohnehin schon ein schweres Konjunkturpaket zu schleppen. Steigende Energiekosten und unterbrochene oder verzögerte Lieferketten würden besonders Branchen wie Chemie, Stahl oder Maschinenbau treffen – viele davon das Rückgrat der deutschen Exportwelt.
Doch Felbermayr bleibt Realist und Optimist zugleich. Sollte im Iran ein Regimewechsel gelingen und sich das Land wieder stärker nach außen öffnen, gebe das der gesamten Region – aber eben auch Deutschland – einen kräftigen Schub. Iran, so betont er, sei nicht nur reich an Ressourcen, sondern habe eine große, gut ausgebildete Bevölkerung und ein immenses wirtschaftliches Aufholpotenzial. "Stellen wir uns vor, die Sanktionen fallen weg: Plötzlich ist da ein Markt mit fast 90 Millionen Menschen offen für deutsche Maschinen, Autos oder Hightech. Und nicht zu vergessen: Die Energieversorgung könnte sicherer und günstiger werden, wenn iranisches Gas über Aserbaidschan per Pipeline nach Europa gelangt."
Der Vergleich mit dem Mercosur-Abkommen wirkt fast schon wie ein Randnotiz: Das südamerikanische Handelsabkommen traut Felbermayr nur geringeres Wachstumspotenzial zu. "Wenn alles zusammenkommt, könnte ein Umbruch im Iran das deutsche Wachstum wirklich spürbar anschieben – mehr als es Lateinamerika derzeit vermag."
Zwischen diesen Szenarien bleibt Unsicherheit, aber auch Hoffnung – vielleicht sogar eine Portion Pragmatismus im Angesicht globaler Wirtschafts-Dramen.
Im Kern warnt Gabriel Felbermayr vor unmittelbaren wirtschaftlichen Schäden für Deutschland durch den Iran-Konflikt, speziell für export- und energieintensive Branchen. Zugleich unterstreicht er, dass ein politischer Wandel im Iran langfristig große ökonomische Chancen für Deutschland und Europa biete, etwa durch günstigere Energiepreise, vereinfachte Handelsbeziehungen und das Erschließen eines marktreichen Landes. Aktuelle Berichte verschiedener Medien bestätigen, dass die wirtschaftlichen Folgen eines eskalierenden Iran-Konflikts vor allem steigende Ölpreise und neue Unsicherheiten an den Finanzmärkten sind; zugleich mehren sich die Stimmen, die das Potenzial eines politisch-neu ausgerichteten Iran für nachhaltigen Aufschwung in Europa und speziell in Deutschland sehen – ein Trend, der durch die deutliche Erinnerung an die Bedeutung sicherer und diversifizierter Lieferketten nach den Krisen der letzten Jahre verstärkt wird.