Kampagne deckt Grausamkeit im europäischen Pelzhandel auf: Humane World for Animals fordert entschlossenes Verbot

Brüssel und Berlin stehen im Fokus: Die Organisation Humane World for Animals fordert mit einer aufrüttelnden Aktion die EU-Kommission zum Verbot von Pelztierhaltung und Handel auf. Im Mittelpunkt steht das Video „Reality Projected“, das gemeinsam mit Fotograf Fro Rojas entstand und zeigt, was sich wirklich hinter der Fassade des glamourösen Pelzhandels verbirgt. Mithilfe eindrucksvoller Projektionen auf echte Pelzmode visualisiert die Kampagne das schwere Tierleid, das der Öffentlichkeit oft verborgen bleibt.

heute 13:57 Uhr | 4 mal gelesen

Man könnte meinen, in Europa hat der Widerstand gegen Pelztierhaltung längst gesiegt. Tatsächlich existieren in der EU, trotz Verboten in vielen Ländern, noch immer über 6 Millionen Tiere auf rund 1.200 Pelzfarmen – darunter in Finnland, Dänemark oder auch Spanien. Ein Bericht der EFSA aus dem Juli 2025 lässt wenig Zweifel: Eine artgerechte Haltung für Wildtiere wie Nerze, Füchse oder Chinchillas bleibt auf diesen Farmen unerreichbar.

Nach der riesigen Resonanz auf die Bürgerinitiative „Fur Free Europe“ – über 1,5 Millionen Menschen haben ein generelles Pelzverbot gefordert – steht die EU-Kommission jetzt unter Zugzwang. Humane World for Animals sammelt weiter Stimmen und will mit der aktuellen Reality-Projected-Kampagne ganz bewusst die Entscheidungsträger vor Augen führen, was es bedeutet, Tiere für Mode zu züchten und zu töten. Sollte die Kommission dem Verbot zustimmen, folgt ein politischer Prozess durch Parlament und Ministerrat.

Dr. Joanna Swabe von Humane World for Animals bringt es auf den Punkt: Europa kann jetzt einen klaren Schnitt machen, statt weiter an überholten Praktiken festzuhalten. Das Video und die Projektionen auf Pelzmode zeigen, dass moderne Ethik und pelzfreie Mode durchaus zusammengehen. Weder die Wissenschaft noch die Bevölkerung stehen hinter der alten Glamour-Fassade des Pelzhandels.

Die Modebilder, aufgenommen in Miami und dank Spenden fast schon ein kleines Mahnmal, zeigen auf schmerzliche Weise, was von der einstigen Pracht übrigbleibt, wenn man genau hinsieht. Die Motive stammen aus Farmen weltweit, etwa aus Finnland oder China – Brennpunkte, an denen der Schein besonders trügt.

Modefotograf Fro Rojas reflektiert: Es ist längst an der Zeit, dass die Modewelt Verantwortung übernimmt – Schönheit und Individualität gehen heute ganz ohne Tierqual. Die Branche, so Rojas, ist (noch) mitverantwortlich für die Illusion vom begehrenswerten Pelz. Genau hier setzt die Kampagne als schonungslose Gegenstimme an, mit dem Ziel, die Entscheidungsträger und die Gesellschaft wachzurütteln.

Hintergrundinfos und weitere Links zur Kampagne, Bildern und Videos befinden sich hier und hier. Auf Instagram sowie YouTube sind die Kampagnenteile ebenfalls sichtbar.

Kontaktmöglichkeiten für Medien sowie ein ausführliches Profil der Organisation gibt es hier.

„Reality Projected“ hebt sich durch die ungewöhnliche Bildsprache ab und stößt in einer immer lauter werdenden Debatte an: Mit Projektionen von verstörenden Farmaufnahmen auf gespendete Pelzmode werden Realität und Modewelt konfrontiert – ein unangenehmer Dialog auf Augenhöhe, den viele bislang gescheut haben. Die Zahlen zeigen, wie dringend ein Wandel ist: Trotz vieler nationaler Verbote bleibt die europäische Pelzindustrie massiv, die Missstände sind wissenschaftlich dokumentiert und die gesellschaftliche Stimme wird immer lauter. Die EU steht nun vor einer historischen Entscheidung. Recherchen der letzten 48 Stunden zeigen: Deutschland diskutiert weiterhin offen ein generelles Pelzverbot und die Debatte ist in mehreren Leitmedien präsent; die Süddeutsche berichtet zum Beispiel über den Druck, der auf Politiker*innen lastet, die FAZ geht auf die internationalen Verflechtungen des Pelzmarkts ein, während taz kritisch die Ablehnung der Modeindustrie gegenüber strengeren Tierschutzgesetzen beleuchtet. Immer mehr Labels verpflichten sich mittlerweile freiwillig zu pelzfreien Kollektionen und sprechen offen über ethische Umorientierungen. Die EU-Kommission hat angekündigt, spätestens in den kommenden Wochen eine offizielle Position zu veröffentlichen.

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