Sieg für „Blob und der Wolf“ beim Filmfest Dresden: Publikumspreis an kreatives Kurzfilm-Duo

Dresden – Der mutige Kurzfilm „Blob und der Wolf“ von Georg Kästle und Valentin Bolte gewann jetzt beim 38. Internationalen Filmfest Dresden den Publikumspreis im nationalen Wettbewerb, gestiftet vom MDR und mit 4.000 Euro vergoldet. Thüringens MDR-Direktorin Dr. Astrid Plenk und ihr sächsischer Kollege Andreas Fritsch überreichten den „Goldenen Reiter“ am 18. April an die Filmschaffenden und ihr engagiertes Team.

heute 13:20 Uhr | 4 mal gelesen

„Blob und der Wolf“ ist ein Kurzfilm, der aus der Feder und Linse von Georg Kästle und Valentin Bolte stammt. Produziert von der König Ahrens Filmproduktion, erzählt er die Geschichte der Gefängniswärterin Blob, die während ihrer Nachtschicht in den Schlaf driftet – ein verhängnisvolles Nickerchen, das dem Wolf, einem Symbol für Schuld, die Flucht ermöglicht. Blob, von Schuldgefühlen übermannt und getrieben von einer irrwitzigen Odyssee, macht sich auf, den Ausgebüxten einzufangen.

Kästle und Bolte, die ihre Zusammenarbeit während des Studiums an der Bauhaus-Universität Weimar begannen, spinnen in ihren Filmen häufig die Motive der Vogelwelt. Manchmal wird aber auch ein Blobfisch zum Protagonisten. Während Valentin Bolte ursprünglich aus Niedersachsen stammt und inzwischen Leipzig sein Zuhause nennt, lebt Georg Kästle in Weimar – als Autor, Regisseur und passionierter Vogelkundler.

Der Erfolg von „Blob und der Wolf“ kam nicht aus dem Nichts: Zuvor wurde der Film schon auf dem mitteldeutschen Kurzfilmfestival Kurzsuechtig 2026 mit insgesamt drei Preisen – darunter für die Kamera (Bolte) – ausgezeichnet.

MDRs Präsenz auf dem Filmfest

Auch in diesem Jahr war der MDR ein sichtbarer Partner des Filmfests Dresden: Nicht nur stiftete er traditionell den Publikumspreis, sondern zeigte ebenfalls mit Sondersendungen und der Kurzfilmnacht „Kurz & gut“ Flagge, erreichbar im Linearen wie online in der ARD Mediathek. Die MDR-Produktion des Kurzfilmmagazins „Kurzschluss“ zu den Festival-Highlights ist außerdem auf arte.tv auffindbar. Auf dem Dresdner Schloßplatz war der MDR zudem beim Open-Air-Kino vertreten. Insgesamt flimmerten 380 Kurzfilme über die Leinwände und Themensäle – Fokus diesmal: „Work in Progress – Wir arbeiten dran“. Im Wettbewerb um zehn Goldene Reiter und sieben Sonderpreise konkurrierten 65 Filme aus 36 Ländern, nachdem zuvor unglaubliche 3.800 Werke eingereicht wurden.

Dr. Astrid Plenk, MDR-Landesfunkhauschefin, unterstrich noch einmal die inspirierende Bandbreite und das Experimentierfeld, das vor allem Kurzfilme bieten: „Das Filmfest zeigte eindrucksvoll, wie künstlerischer Erfindergeist und Vielfalt in kurzer Form verschmelzen.“ Die Förderung und Sichtbarmachung von Kurzfilm-Talenten sei dem MDR daher Herzenssache.

Andreas Fritsch ergänzte, der Publikumspreis habe besonderen Wert, weil er unmittelbare Rückmeldung und Begeisterung des Publikums sichtbar mache. „Wer es hier mit einer knappen Erzählung ins Herz der Leute schafft, verdient jede Anerkennung.“

Branchen-Networking: „Big Names, Small Talks“

Ein weiteres Highlight außerhalb des Kinosaals war das Branchenevent „Big Names, Small Talks“. In kurzen, knackigen Speeddatings besprachen Filmschaffende, Produzent*innen und Förderer aktuelle Themen. Für den MDR stellte sich unter anderem Katrin Küchler, Chefredakteurin des Kurzfilmmagazins „unicato“, den Fragen der Szene.

MDRs Langzeit-Engagement für den Kurzfilm

Mit gezieltem Ankauf, eigenen Redaktionen und Sendeflächen – online und im TV – bringt der MDR den Kurzfilm jedes Jahr aufs Neue unter die Leute. Ein Engagement, das nicht nur Talente fördert, sondern auch die kulturelle Vielfalt in Mitteldeutschland sichtbar macht.

Der Kurzfilm „Blob und der Wolf“ von Georg Kästle und Valentin Bolte wurde beim 38. Filmfest Dresden mit dem MDR-Publikumspreis ausgezeichnet, nachdem er bereits auf anderen Festivals Preise gewinnen konnte. Das Filmfest Dresden ist mit seinen 380 Vorführungen, einer internationalen Auswahl und jährlich wachsender Beteiligung eine der bedeutendsten Plattformen für Kurzfilm-Neuentdeckungen in Deutschland; der diesjährige Fokus auf Prozesse und Arbeitsweisen („Work in Progress“) spiegelte eine Offenheit für neue Perspektiven und Experimentierfreude wider. Ergänzend lässt sich sagen, dass viele Medien in den letzten Tagen über das Festival, die Stärkung regionaler Filmkultur sowie die Bedeutung von Netzwerken wie „Big Names, Small Talks“ berichtet haben. Außerdem wurde auf www.dw.com berichtet, dass deutsche Kurzfilmfestivals eine immer wichtigere Rolle bei der Talentförderung deutschlandweit spielen, mit Teilnehmerzahlen und Einreichungen auf Rekordniveau. Eine Analyse auf www.sueddeutsche.de hebt die wachsende Bedeutung der Zuschauerbindung und innovativen Festivalformate hervor. Laut taz steht die Förderung junger Talente und der Ausbau von Nachwuchsinitiativen im Zentrum der Debatte über die Zukunft deutscher Filmfestivals.

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