Lies denkt offen über chinesische Autoproduktion in VW-Fabriken nach

Olaf Lies, Regierungschef von Niedersachsen, stellt eine mögliche Zusammenarbeit mit chinesischen Autobauern in den VW-Produktionsstätten zur Diskussion.

heute 14:04 Uhr | 3 mal gelesen

„Man muss das ehrlich beleuchten: Ist es vielleicht eine Chance für unsere VW-Werke – und die zahlreichen Zulieferer?“ fragte Olaf Lies in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Dass die chinesische Autoindustrie den europäischen Markt zunehmend ins Visier nimmt, lasse sich kaum abwenden. Statt Blockaden brauche es Ideen, die für Beschäftigung und Auslastung der heimischen Werke sorgen. Lies sieht, wie in China neue Modelle entstehen – teils in Kooperation mit VW, teils eigenständig –, und daraus könne sich auch eine Zusammenarbeit in Europa entwickeln. „Volkswagen hat eine beispiellose Produktions- und Logistikstruktur weltweit, das bietet Chancen, die kaum ein weiteres deutsches Unternehmen vorweisen kann“, hebt der Ministerpräsident hervor. Abschottung sei seiner Meinung nach nur selten von Erfolg gekrönt. „Die Kunst besteht darin, Kooperationen auf Augenhöhe hinzubekommen.“ Volkswagen habe sich schließlich in der Vergangenheit immer wieder erfolgreich auf neue Anforderungen eingestellt – und werde das wohl auch künftig tun.

Olaf Lies, der Ministerpräsident Niedersachsens, regt an, offen über die Fertigung chinesischer Automodelle in den VW-Werken nachzudenken. Dabei steht für ihn nicht der Wettbewerb im Vordergrund, sondern die pragmatische Frage: Wie lassen sich die Werke und Arbeitsplätze in einer Phase großer Umbrüche sichern? Die zunehmende Präsenz chinesischer Hersteller in Europa sieht Lies als Herausforderung, der man sich mit Kooperation statt Abschottung stellen sollte. Das Unternehmen Volkswagen, geprägt von weltweiter Produktionserfahrung und Flexibilität, habe laut Lies die besten Voraussetzungen, um von solchen gemeinsamen Projekten zu profitieren. In der aktuellen Berichterstattung finden sich mehrere Stimmen: Experten warnen vor sozialer Verunsicherung in der deutschen Automobilindustrie durch verstärkte Konkurrenz und plädieren gleichzeitig für gezielte Partnerschaften; Wirtschaftsanalysten mahnen, dass Protektionismus kaum zukunftsfähig sei, sehen aber politische Hürden für eine enge deutsch-chinesische Kooperation in der Produktion realistischerweise; die Diskussion erhält zusätzliche Brisanz angesichts der sowieso schon angespannten Lage im weltweiten Automarkt, getrieben durch neue E-Auto-Anbieter und globale Lieferkettenprobleme.

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