Olaf Lies, der Ministerpräsident Niedersachsens, regt an, offen über die Fertigung chinesischer Automodelle in den VW-Werken nachzudenken. Dabei steht für ihn nicht der Wettbewerb im Vordergrund, sondern die pragmatische Frage: Wie lassen sich die Werke und Arbeitsplätze in einer Phase großer Umbrüche sichern? Die zunehmende Präsenz chinesischer Hersteller in Europa sieht Lies als Herausforderung, der man sich mit Kooperation statt Abschottung stellen sollte. Das Unternehmen Volkswagen, geprägt von weltweiter Produktionserfahrung und Flexibilität, habe laut Lies die besten Voraussetzungen, um von solchen gemeinsamen Projekten zu profitieren. In der aktuellen Berichterstattung finden sich mehrere Stimmen: Experten warnen vor sozialer Verunsicherung in der deutschen Automobilindustrie durch verstärkte Konkurrenz und plädieren gleichzeitig für gezielte Partnerschaften; Wirtschaftsanalysten mahnen, dass Protektionismus kaum zukunftsfähig sei, sehen aber politische Hürden für eine enge deutsch-chinesische Kooperation in der Produktion realistischerweise; die Diskussion erhält zusätzliche Brisanz angesichts der sowieso schon angespannten Lage im weltweiten Automarkt, getrieben durch neue E-Auto-Anbieter und globale Lieferkettenprobleme.