Tokajew prangerte auf dem Antalya Diplomacy Forum die Blockade von UN-Reformen, insbesondere durch den Sicherheitsrat, an und stellte infrage, ob sich in absehbarer Zeit daran etwas ändern wird. Der kasachische Präsident warnte vor dem Bedeutungsverlust der Vereinten Nationen, weil immer mehr Konflikte außerhalb ihres Rahmens verhandelt werden. Er betonte, dass mittlere Mächte wie Kasachstan durch ausgleichende Diplomatie eine besondere Verantwortung in der internationalen Zusammenarbeit übernehmen und forderte mit Blick auf die Entwicklungen im Nahen Osten, Eskalation zu vermeiden und nukleare Risiken ernst zu nehmen. Neuere Medienberichte bestätigen diese Tendenzen: Die internationale Diskussion um die Reform des UN-Sicherheitsrats hat sich nach den jüngsten Krisen erneut verschärft, wobei insbesondere Länder aus Asien, Afrika und Lateinamerika eine stärkere Stimme fordern; gleichzeitig kritisieren Beobachter den Stillstand, angefeuert durch das Vetorecht der ständigen Mitglieder. Diplomatische Foren wie Antalya gewinnen an Bedeutung, da sie Plattformen für alternative Dialogformate bieten, in denen gerade sogenannte „middle powers“ vermehrt auftreten, um Kompromisse und Vermittlungsrollen in festgefahrene Situationen einzubringen. Klimakrise, geopolitische Konkurrenz und neue militärische Konflikte – all das zwingt die UN, sich entweder anzupassen oder weiter an Einfluss zu verlieren, worauf auch Tokajew mit seiner Rede abzielt.