In einem Gespräch mit Politico äußerte sich Tanja Gönner, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Industrie, nachdrücklich zur aktuellen Lage: 'Schon bis zum Sommer muss die Bundesregierung sichtbar nachliefern.' Ihren Worten zufolge braucht es ein durchdachtes Reformpaket. Der Staat stehe in der Verantwortung – Gönner machte aber auch deutlich, dass die Industrie ihren Anteil bereitwillig leisten würde. Allerdings war Skepsis herauszuhören. Mit spitzem Ton kommentierte sie, dass es fraglich sei, ob die Regierung ihre eigenen Versprechen wie etwa, nicht alles bis ins Detail regeln zu wollen, wirklich beherzigt. Besonders kritisierte sie den Fokus auf steigende Staatsausgaben. Deutschland wäre kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem ins Haus gewachsen: 'Stattdessen sollte sämtliches Augenmerk auf zielgerichtetes Wachstum gerichtet werden.' Zu geplanten Prämien, die Unternehmen stärker belasten könnten, äußerte Gönner kaum verhohlene Empörung. Bei vielen Unternehmen sei mitnichten nur vom Wohlstand, sondern schlicht vom Überleben die Rede.
Tanja Gönner vom BDI betont mit ungewohntem Nachdruck die Dringlichkeit umfassender wirtschaftspolitischer Reformen in Deutschland und fordert, dass die Bundesregierung bis zum Sommer ein Reformbündel vorlegt. Sie beklagt, die Wirtschaft stehe unter wachsendem Druck – statt ständig neuer Ausgaben brauche es einen klaren Fahrplan für Wachstum und Entlastungen. Laut Recherchen bleibt die Forderung des BDI kein Einzelruf: Zahlreiche Stimmen aus Wirtschaftsverbänden fordern inzwischen pragmatische Anreize, weniger Bürokratie und kritisieren ein zögerliches Krisenmanagement. In den letzten 48 Stunden diskutieren Medien verschiedene Steuerpläne, Subventionsdebatten und Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen vor dem Hintergrund stagnierender Wachstumsprognosen und internationalen Standortdrucks.