Kein Veto gegen Honorarkürzung für Psychotherapeuten – Gesundheitsministerium prüft, greift aber nicht ein

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht keinen Grund, die Kürzung der Vergütungen für Psychotherapeuten zu stoppen.

heute 13:58 Uhr | 1 mal gelesen

Ein internes Papier des Bundesgesundheitsministeriums, das der 'Rheinischen Post' vorliegt, verrät: Warken akzeptiert den jüngsten Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses, das Honorar für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 Prozent zu senken. Nach einer gründlichen Überprüfung sieht das Ministerium keine Hinweise auf rechtliche Mängel – es wurde sogar noch einmal bei den Verantwortlichen nachgehakt, ob wirklich alle relevanten Zahlen in die Entscheidung eingeflossen sind. Der Bewertungsausschuss setzt sich übrigens aus Vertretern der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und des GKV-Spitzenverbands zusammen und entscheidet jedes Jahr neu, wie die Honorare ausfallen. Trotzdem kann das Gesundheitsministerium die Honorarhöhe nur hinsichtlich möglicher Gesetzesverstöße prüfen, nicht aus fachlichen Bedenken eingreifen. In Deutschland sind im Moment knapp 42.000 psychologische und ärztliche Psychotherapeuten (inklusive Kinder- und Jugendtherapeuten) an der Regelversorgung beteiligt – eine Steigerung von über 50 Prozent in zehn Jahren, hauptsächlich dank der wachsenden Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Dennoch klagen Patienten und Patientinnen über Wartezeiten. Das Ministerium betont, es nehme diese Kritik sehr ernst und plant gesetzliche Anpassungen, um vor allem für junge Menschen die Versorgung zu sichern und Wartezeiten zu verkürzen. Proteste von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gegen die Kürzungen blieben zuletzt nicht aus.

Die geplante Senkung der Honorare für Psychotherapeuten in Deutschland sorgt nach wie vor für hitzige Diskussionen zwischen den Berufsverbänden, der Politik und Patientenvertretern. Obwohl das Bundesgesundheitsministerium keinen juristischen Handlungsbedarf sieht, warnen Experten vor negativen Auswirkungen auf die Attraktivität des Berufs und befürchten längere Wartezeiten vor allem in strukturschwächeren Regionen. Laut neuesten Medienberichten steht auch die Reform der Bedarfsplanung auf der Agenda – Ziel ist es, insbesondere für Kinder und Jugendliche gezielt mehr Behandlungsplätze in der Nähe zu schaffen. Die Nachfrage nach psychotherapeutischen Leistungen hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht, nicht zuletzt wegen der Folgen der Corona-Pandemie und einer wachsenden gesellschaftlichen Sensibilität für mentale Gesundheit. Verschiedene Initiativen fordern stärkere Investitionen, um durch bessere Rahmenbedingungen die Versorgungslücken zu schließen.

Schlagwort aus diesem Artikel