Ruge, der das Sprachrohr der Landkreise ist, betonte – klar aber nachdenklich –, dass trotz fehlender Hinweise auf eine bevorstehende neue Flüchtlingswelle eine solide Vorbereitung geboten ist. In der letzten Zeit wurde vielerorts die Zahl der Unterkünfte verkleinert, schlicht weil der Druck nachließ. Doch ist das klug? Die Ereignisse zeigen, wie schnell sich alles drehen kann. Was, wenn plötzlich doch wieder mehr Menschen Schutz suchen? Die „Vorhaltekosten“, also Aufwendungen, damit Räumlichkeiten für Geflüchtete vorgehalten werden, sind ein Thema, das laut Ruge nicht weiter auf den Kommunen lasten sollte. Häuser leer stehen lassen oder Hallen mieten – das kostet Geld, auch wenn niemand darin wohnt. Solche Finanzierungen müssten, seiner Meinung nach, Bund und Länder schultern. Und, etwas kritisch und gar nicht blauäugig: Ruge findet, Hilfe für Geflüchtete sollte vorzugsweise nahe ihrer Herkunftsregion passieren. Aber klar, das klappt nicht immer. Manchmal, das zeigt die Geschichte, sucht man eben doch in weiter Ferne Zuflucht.
Deutsche Kommunen sind nach den jüngsten Entwicklungen im Nahost-Konflikt angehalten, Szenarien einer erneut steigenden Zahl an Geflüchteten mitzudenken, gerade auch aus dem Iran. Experten rechnen derzeit nicht mit einer plötzlichen Massenflucht, warnen aber, die Infrastruktur nicht zu schnell abzubauen. Die Forderung nach einer Finanzierungsbeteiligung von Bund und Ländern für Notfall-Unterkünfte (Vorhaltekosten) gewinnt an Dringlichkeit. Recherchen zeigen: Das Thema Geflüchtete und die Angepasstheit der deutschen Kommunen wird quer durch Medien diskutiert; viele warnen vor politischen Alleingängen und mahnen zur internationalen Kooperation. In aktuellen Berichten wird unterstrichen, wie herausfordernd die Planung von Ressourcen – Unterkünften wie Sozialleistungen – in unsicheren geopolitischen Zeiten bleibt.