Der Schutz kritischer Infrastrukturen – wie Strom- und Wassernetze oder Verkehrswege – gewinnt angesichts aktueller Bedrohungen immer weiter an Brisanz. Vor dem Hintergrund des jüngsten Angriffs auf die Berliner Stromversorgung diskutiert die Bundespolitik nun darüber, weniger sensible Daten frei zugänglich zu machen; die Balance zwischen Sicherheit und Transparenz steht dabei im Mittelpunkt. Zugleich beobachtet man international vermehrt Attacken auf Versorgungsnetze, wie etwa jüngst in den USA oder Großbritannien. Angesichts der wachsenden Gefährdung durch Sabotageakte, Cyberkriminalität und Naturkatastrophen betonen ExpertInnen und PolitikerInnen die Bedeutung robuster gesetzlicher Regelungen – etwa durch das neue 'Kritis-Dachgesetz'. Kritisch gesehen werden die Transparenzpflichten, die bislang zur Kontrolle der Betreiber:innen dienen sollten, weil sie im Fall einer Veröffentlichung auch potenziellen Angreifern in die Hände spielen könnten. Neuere Studien (siehe Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) warnen zudem vor ‚hybriden‘ Bedrohungen, also der Mischung aus digitalem und physischem Angriff auf Infrastrukturen. Auch im Ausland beschäftigen sich Gesetzgeber vermehrt mit Verschärfungen; in Großbritannien wurde kürzlich beispielsweise die Überwachung von Lieferketten weiter ausgebaut.
05.01.26 15:21 Uhr