Reiche setzt auf schnellere Freihandelsabkommen mit Südostasien

Katherina Reiche (CDU), die Wirtschaftsministerin, macht Druck für Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien – als Antwort auf die unberechenbare Zollpolitik der USA unter Donald Trump. Die Hoffnung: neue Impulse für die deutsche Exportwirtschaft.

heute 01:03 Uhr | 4 mal gelesen

Manchmal hat man das Gefühl, wirtschaftspolitische Entscheidungen werden wie auf einem rauen Ozean getroffen: Kaum denkt man, Kurs und Wind stimmten, wirbelt der nächste Sturm alles durcheinander. Genau so beschreibt Katherina Reiche, CDU, die aktuelle Situation zwischen Europa und den USA. Die überbordenden Zölle, die Trump kurzerhand verhängt, setzen nicht nur amerikanischen Verbrauchern zu – auch deutsche Exporteure und ihre Angestellten sind betroffen. 'Was heute gilt, kann morgen schon Makulatur sein', lässt Reiche durchblicken. Planbarkeit sei ein Luxus geworden. Vor diesem Hintergrund plädiert sie: Zeit für neue Seilpartnerschaften! Malaysia und Indonesien bieten sich als frische Verhandlungspartner für Freihandelsabkommen an. Und: 'Diese Verträge dürfen nicht auf Eis liegen bleiben, sondern brauchen dringend Inhalt – und zwar bald.' Fast klingt es, als wolle sie lieber heute als morgen einen Haken darunter machen. Dass dahinter auch eine Portion Sorge um die eigene Exportnation steckt, ist dabei nicht zu übersehen.

Reiche sieht in schnellen Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien eine notwendige Reaktion auf die durch Trumps US-Zölle verursachten Handelsverluste. Gleichzeitig geht es ihr um eine größere Unabhängigkeit von den unberechenbaren US-Märkten und die Stärkung der Wirtschaftsverbindungen mit Südostasien. Inzwischen laufen in Brüssel bereits Gespräche der EU mit den beiden Ländern – Malaysia und Indonesien gelten als zukünftige Wachstumsmärkte, besonders im Bereich Rohstoffe, Maschinenbau und Technik. Noch hakt es aber an Umweltschutzauflagen (z.B. Palmöl), Arbeitsstandards und der Durchsetzung nachhaltiger Lieferketten, wie aktuelle Berichte zeigen. Neuere Entwicklungen deuten darauf hin, dass auch der hardeuropäische Umgang mit Menschenrechten und Umweltstandards eine zähe Verhandlung erwarten lässt.

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