„Man kann gewisse Gedanken, die Markus Frohnmaier geäußert hat, nachvollziehen. Dennoch sollte niemand Angriffe oder den Tod zahlreicher Zivilisten gutheißen, das geht einfach zu weit“, so Chrupalla im Gespräch mit RTL und ntv. Frohnmaier, außenpolitischer Sprecher der Fraktion, hatte die Effizienz und Zielgenauigkeit des amerikanischen Militärschlags fast schon als vorbildlich betont – ein Ton, mit dem Chrupalla hadert. "Ob man eine militärische Operation, bei der mitunter auch Schulen getroffen werden und viele Menschen unschuldig sterben, noch als präzise bezeichnen kann, wage ich zu bezweifeln." Und weiter: „Feiern werde ich keinen Raketenangriff, egal auf welches Land, egal von wem. Da sterben unschuldige Zivilisten, das ist nie ein Grund für Euphorie – und ich würde auch nicht sagen, dass Frohnmaier gefeiert hat.“ Darüber hinaus macht Chrupalla klar: „Unsere Haltung orientiert sich am Völkerrecht, an der Charta der Vereinten Nationen. Wir haben immer davor gewarnt, ins Unbekannte zu marschieren, wenn es um Nahost geht.“ Israels Motivlage könne er zwar nachvollziehen, aber Ziel und Zweck des amerikanisch-israelischen Vorgehens blieben für ihn unklar. „Einen Regierungswechsel mit solchen Methoden wird es nicht geben.“ Mit Blick auf den früheren US-Präsidenten Donald Trump zeigte sich Chrupalla skeptisch: „Trump hat sich stets als Friedensbringer präsentiert, aber mittlerweile wird er durch solche Militäraktionen vom Friedens- zum Kriegspräsidenten. Vor allem seine eigene Wählerschaft wird das irgendwann hinterfragen müssen – besonders, wenn Aktionen dieser Art außenpolitisch scheitern.“
Chrupalla distanziert sich deutlich von den pro-amerikanischen Tönen Frohnmaiers zur jüngsten Gewalt im Nahen Osten. Ihm ist wichtig, dass weder militärische Angriffe noch zivile Opfer jemals gefeiert werden sollten. Er fordert die Einhaltung des Völkerrechts und sieht sowohl Israels als auch US-Präsident Trumps Rolle in der aktuellen Eskalation sehr kritisch. Zusätzlich zu diesen Aussagen ist festzuhalten, dass die internationale Reaktion auf die Eskalation im Nahen Osten in den letzten Tagen extrem gespalten ausfällt. Deutschlands Bundesregierung ruft weiterhin zu Zurückhaltung auf und setzt auf diplomatische Vermittlung, während Teile der EU mit weiterer Uneinigkeit zu kämpfen haben. Inzwischen wächst auch bei anderen Parteien und Teilen der deutschen Bevölkerung die Sorge vor einer dauerhaften Verschärfung der Lage und möglichen Auswirkungen auf den europäischen Alltag.