Manchmal weiß man schon nach einer Halben, wohin die Reise geht. So auch diesmal: Das Spiel war praktisch schon zur Pause entschieden – Leipzig lag 4:0 vorn, ein Ergebnis, bei dem die Hoffenheimer nur noch Schadensbegrenzung betreiben konnten. Erstaunlich: Brajan Gruda, der bisher eher als begabter Mitspieler, nicht als Torjäger aufgefallen war, eröffnete das Schützenfest in der 17. Minute. Baumgartner, gleich zweimal zur Stelle, machte zuerst per wuchtigen Kopfball nach Raums Flanke das 2:0, später legte er artistisch im Seitfallzieher nach – sowas sieht man selbst im Profizirkus nicht ständig. Kurz darauf: Gruda trifft erneut, diesmal in perfekter Doppelpass-Kombination mit Diomande – 44. Minute, der Ball zappelt im Netz. Die Hoffenheimer? Bemüht, aber irgendwie blass, fast schon wie Zuschauer. In Hälfte zwei kamen sie kaum an den Ball, Leipzig spielte das mit der Coolness eines Spitzenteams herunter. Nach der Einwechslung von Henrichs in der 78. Minute durften die Fans sogar noch das fünfte Tor bejubeln. Tabellen-Update: Leipzig springt auf Platz drei, Hoffenheim steht plötzlich nur noch als Fünfter da. Interessant: Beide nun punktgleich – ein Beweis für die enge Spitze in diesem Jahr. Ganz ehrlich, es fühlte sich aber nach mehr als drei Toren Differenz an. Und manchmal fragt man sich, warum Fußball eigentlich so schlecht für die Nerven ist – Leipzig-Anhänger werden das gestern jedenfalls nicht gedacht haben.
RB Leipzig zeigte eine der überzeugendsten Leistungen der laufenden Saison und ließ Hoffenheim beim klaren 5:0-Sieg keine Luft zum Atmen. Gruda und Baumgartner stachen als Doppeltorschützen heraus, während die Defensive Leipzigs kaum etwas zuließ. Der Sieg festigt Leipzigs Platz im oberen Tabellendrittel, bringt aber auch zusätzlichen Druck im engen Rennen um die Champions-League-Plätze. Interessant ist innerhalb der aktuellen Berichterstattung die Rolle von Brajan Gruda, dem ein echtes Durchbruchspiel gelang – selten haben Leipziger Offensivreihen so harmoniert. Zudem ist auffällig, dass Trainer Marco Rose zunehmend erfolgreich auf Rotationsprinzipien setzt und damit sowohl jungen Talenten als auch Stammspielern Gelegenheiten verschafft. Die Hoffnung bleibt für Hoffenheim, dass dieses Debakel als Weckruf taugt, denn auch andere Medien schlagen nach dieser Niederlage warnende Töne für das Team aus dem Kraichgau an.