Mal ehrlich, so ganz wohl ist einem nicht bei den Aussagen von Herrn Müller. Der Ex-Chef von VW rät tatsächlich dazu, die Brandmauer zur AfD ein Stück weit zu lockern – gewissermaßen als reality check für die Partei. 'Das könnte ihre tatsächliche Inkompetenz bloßlegen', meint Müller im Gespräch mit t-online. Der aktuelle Umgang aller Bundestagsparteien führe eher dazu, dass die AfD ungestört gedeihe. Zugleich kritisiert er Deutschlands gesellschaftlichen Kurs drastisch: Von einem „Vollkaskostaat“, in dem die Leute lieber absichern statt anpacken, fühlt er sich an die späte DDR erinnert. Kein Wunder, dass er schließt: 'Wir sind auf bestem Weg zur DDR 2.0.' Reformen seien überfällig, doch den Politikern traue er das nicht recht zu. – Ob's daran liegt, dass alle sich auf ihre Ego-Scholle zurückziehen? Müller hält uns jedenfalls vor, inzwischen ein Volk der Einzelinteressen zu sein. Übrigens, er holt weiter aus: NGOs, so meint er, sollten nicht länger Aufgaben für den Staat übernehmen, sondern direkt als Teil etwa des Umwelt- oder Wirtschaftsministeriums angedockt werden – Beispiel: Deutsche Umwelthilfe, BUND. Dann hat man’s zumindest unter Kontrolle, könnte man jetzt sagen. Seine Aussagen hinterlassen einen seltsam provokanten Beigeschmack, irgendwo zwischen Unbehagen und dem Wunsch nach klaren Antworten.
Matthias Müller, der ehemalige Chef von Volkswagen, plädiert dafür, den politischen Umgang mit der AfD zu überdenken und das bisherige Isolationsprinzip (Brandmauer) zeitweise zu lockern, um die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Partei offenzulegen. Er zeigt sich zugleich tief besorgt über den gesellschaftlichen und politischen Zustand Deutschlands: Zu viel staatliche Absicherung, zu wenig Eigeninitiative – das führe laut Müller zu wirtschaftlicher Stagnation, ja, er sieht Parallelen zur DDR. Er fordert grundsätzliche Reformen und bringt außerdem den Vorschlag ein, NGO-Aufgaben wieder direkt vom Staat ausführen zu lassen, also etwa Umweltverbände als Teil staatlicher Behörden zu integrieren. Aus jüngsten Debatten in seriösen Medien lässt sich ergänzen: Angesichts steigender Umfragewerte der AfD und wachsender Verunsicherung in der deutschen Mitte werden ähnliche Forderungen aktuell heiß diskutiert – Müller bewegt sich also durchaus im Spannungsfeld jüngster Kontroversen. Außerdem haben führende Politiker aus unionsnahen Kreisen jüngst vor vorschnellen Tabubrüchen gewarnt, während die Rolle von NGOs in der Zivilgesellschaft weiterhin kritisch und vielstimmig bewertet wird.