Mercedes-Aufsichtsratschef Brudermüller steht zum Kurs bei Verbrennungsmotoren

Martin Brudermüller, Chef des Mercedes-Aufsichtsrats, rechtfertigt die Strategie von Konzernleiter Ola Källenius, trotz ursprünglicher Pläne weiter Verbrennermodelle zu produzieren.

heute 05:59 Uhr | 1 mal gelesen

Klar, so ganz nach Fahrplan läuft das nicht – und das gibt Brudermüller auch (zwischen den Zeilen) zu. Mercedes hatte eigentlich im großen Stil auf Strom gesetzt und wollte ab Ende der 2020er fast nur noch E-Autos im Portfolio haben. Aber: Die Nachfrage der Kundschaft weicht offenbar von den kühnen Prognosen ab, also bleibt das Angebot an Verbrennermotoren erhalten. Irgendwie klingt das pragmatisch – man kann schließlich nicht stur gegen den Markt agieren. Brudermüller betont im Interview, dass es kein Kurswechsel auf breiter Front sei, sondern vielmehr eine Anpassung an die Realität. Vom Begriff „Luxusstrategie“ will er sich übrigens auch nicht fesseln lassen: Am Ende zählt für ihn vor allem der Erfolg in den oberen Marktsegmenten – allerdings darf's laut Källenius jetzt auch ein bisschen mehr Vielfalt bei den Preisen sein. Ob das jetzt ein echter Strategiewechsel ist oder einfach Flexibilität, darüber kann man vermutlich streiten. Brudermüller jedenfalls meint: ‚Ola Källenius ändert nicht ständig seine Meinung.‘ Vielleicht ist es auch einfach so, dass die Dinge manchmal länger dauern als geplant.

Mercedes bleibt zunächst bei einer erweiterten Palette an Verbrennermodellen, da die Kundennachfrage nach klassischen Antrieben langsamer als erwartet schwindet. Während die ursprünglich angepeilte Fokussierung auf Elektromobilität bestehen bleibt, verzögert sich der Abschied vom Verbrennungsmotor aufgrund wirtschaftlicher Notwendigkeiten. Aktuelle Recherchen zeigen, dass in der jüngsten Debatte auch eine Mischung aus politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Faktoren – etwa globale Angebotsschwankungen und die schleppende Entwicklung der Ladeinfrastruktur – die Entscheidungen der Branche prägen. Mercedes ist mit dieser Abwägung keineswegs allein: Auch andere Premiumhersteller wie BMW oder Audi agieren aktuell vorsichtiger beim Elektro-Tempo. Neue EU-Regelungen, insbesondere die für 2035 geplanten Verkaufsverbote für klassische Verbrenner, verstärken den Spagat zwischen Markt- und Politikdruck. Die Stimmung kippt immer wieder, was die Unsicherheit darüber spiegelt, wie rasant der Wandel wirklich vonstattengehen kann.

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