Merz bleibt bei Wahlalter: Keine Absenkung für den Bundestag vorgesehen
Friedrich Merz (CDU), aktuell Bundeskanzler, stellt sich gegen die Forderung, das Wahlalter zum Bundestag auf 16 Jahre zu senken. Am Freitag machte er beim Katholikentag in Würzburg deutlich, warum er eine solche Änderung für problematisch hält. Merz sieht keinen stichhaltigen Grund, das Wahlalter herabzusetzen, solange das passive Wahlrecht nicht ebenfalls angepasst würde.
heute 12:02 Uhr | 5 mal gelesen
Interessant ist, dass Merz auf einen historischen Aspekt verweist: Es gab durchaus einmal unterschiedliche Altersgrenzen – aktiv wählen ab 18, gewählt werden erst ab 21. Diese Diskrepanz wurde aber schließlich korrigiert und ans volljährige Alter gekoppelt. Nach seiner Ansicht ergibt es schlichtweg Sinn, beide Rechte synchron zu halten. "18 ist das Alter der Volljährigkeit. Da sollten Verantwortung und Rechte Hand in Hand gehen", betont Merz. Und falls es gute Gegenargumente gäbe – er habe bisher keine gehört, die ihn umgestimmt hätten. Er will am Status quo festhalten: Wählen und Gewähltwerden ab 18 – alles andere fände er schwer begründbar. Dass dagegen bei Europawahlen schon ab 16 gewählt werden darf (und in manchen Ländern sogar Landtage und kommunale Vertretungen), lässt er anklingen, bleibt aber beim Bund fest. Ob sich das irgendwann ändert? Schwer zu sagen. Wer weiß schon, was kommende Generationen fordern.
Friedrich Merz liegt mit seiner Haltung zur Altersgrenze nicht allein, aber sie stößt zunehmend auf Diskussion. In vielen europäischen Ländern, darunter auch Österreich, dürfen Jugendliche schon ab 16 wählen, und bei den EU-Wahlen ist das Alterslimit in Deutschland seit Kurzem ebenfalls gesenkt worden. Manche Parteien und zivilgesellschaftliche Gruppen würden das Wahlrecht gerne noch weiter öffnen, weil sie Jugendliche für reif genug halten, politische Verantwortung zu übernehmen – andere warnen, es könnten damit zu viele unerfahrene Stimmen hinzukommen. Eine echte Bewegung Richtung Absenkung auf Bundesebene gibt es derzeit nicht; die Debatte bleibt aber präsent, zumal immer wieder auf die Diskrepanz zwischen Wahlalter bei lokalen, nationalen und europäischen Wahlen hingewiesen wird. Aktuelle Umfragen zeigen dabei: Eine signifikante Mehrheit der Jüngeren wünscht sich mehr Mitentscheidung, während Ältere oft skeptischer bleiben. Auch Wissenschaftler argumentieren inzwischen differenzierter – zum Beispiel, dass junge Menschen durch soziale Medien und schulische Angebote heute viel besser informiert seien als frühere Generationen. Die Frage bleibt: Wählen wir so alt, wie wir sind, oder so alt, wie wir denken?