Shell lockt am langen Wochenende mit vergünstigtem Schnellladen für E-Autos

Spontane Spritztour oder Familienbesuch geplant? Shell senkt bundesweit vorübergehend die Kosten fürs Schnellladen: Bis Sonntag gibt’s Strom zum Sondertarif – deutlich günstiger als üblich. Vor allem für Nutzer von Shell-eigenen Ladelösungen könnte das interessant werden.

heute 12:00 Uhr | 5 mal gelesen

Ehrlich gesagt, ein wenig überrascht war ich schon: Shell – der Tankstellenriese und Synonym für Benzingeruch und Motoröl – rückt immer stärker ins Elektro-Business. Für das verlängerte Himmelfahrtswochenende serviert der Konzern zwischen 9 und 17 Uhr einen satten Rabatt auf seinen Schnellladestationen: 0,39 Euro je kWh für alle, die mit Shell Recharge schnelles Laden bevorzugen. Wer den e-Deal hat, bezahlt sogar nur 0,29 Euro. Zugleich ist der Zeitpunkt kein Zufall: Reisesaison, Ausflügler, Pendler und Urlaubsstarter – viele sind unterwegs, und das Preisargument greift. Laut Shell-Manager Florian Glattes geht es um Verlässlichkeit und Attraktivität der Ladeinfrastruktur. Zugegeben, das klingt nach Marketingsprech, aber der Vorstoß ist doch ein kleiner Fingerzeig, wie rasant sich der Energiemarkt und unser Mobilitätsverhalten ändern. Shell setzt auf Ausbau und flächendeckende Verfügbarkeit – über 2.200 Schnellladepunkte in Deutschland, so die eigene Zählweise. 20, vielleicht 30 Minuten – und das Auto rollt wieder. Ob das reicht, um knarzige Skeptiker vom E-Auto zu überzeugen? Vielleicht noch nicht. Aber solch gezielte Aktionen sind wohl ein Zeichen, dass auch ehemals altgediente Ölriesen aufgeschlossen für Wandel sind. Und mal ehrlich: Shell denkt auch an sich. Wer den Fuß in der Lade-Tür hat, der bleibt nah am Kunden, wenn Benzin irgendwann wirklich passé ist.

Shell hat über das verlängerte Himmelfahrtswochenende bundesweit die Schnellladepreise für E-Autos kräftig gesenkt. An allen eigenen Schnell- und Ultraschnellladesäulen kostet die Kilowattstunde bis einschließlich Sonntag nur 0,39 Euro (beziehungsweise 0,29 Euro für e-Deal-Kunden) – allerdings nur im Zeitraum von 9 bis 17 Uhr. Hinter dieser Aktion steckt der Versuch, während der reiseintensiven Feiertage mehr Kunden an E-Mobilität zu gewöhnen und die betriebliche Ladeinfrastruktur attraktiver zu machen – klar mit Blick auf einen sich wandelnden Markt. Ergänzend dazu: Aktuell berichten mehrere Medien über den wachsenden Ausbau der Schnellladeinfrastruktur in Deutschland. Das Bundeskabinett stellte beispielsweise jüngst zusätzliche Fördermittel für neue Ladepunkte bereit, um die Versorgung weiter zu verbessern. Zugleich wächst die Konkurrenz: EnBW, Ionity und Fastned investieren weiterhin massiv und bieten an vielen Standorten ähnliche Preisaktionen oder sogar Festpreise während Stoßzeiten. Nicht selten gibt es allerdings regionale Unterschiede, was die Verfügbarkeit und die Abdeckung auf dem Land betrifft. Im Fokus steht daher zunehmend, wie transparent und vergleichbar die Preise gestaltet sind – und ob der Wettbewerb letztlich den Ausbau beschleunigen kann.

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