Jordan Bardella, Chef des Rassemblement National (RN), markiert in einem aktuellen Zeitungsinterview klare Distanz zur deutschen AfD und betont, dass es fundamentale Differenzen in Grundwerten und Europapolitik gibt. Während die AfD einen EU-Austritt verfolgt, will der RN die Union reformieren, dabei jedoch das System erhalten – das Ziel ist Veränderung ohne Zerstörung. Bardella kritisiert daneben scharf die aktuelle Europapolitik, insbesondere Ursula von der Leyens Führung und greift auch die deutsch-französische Zusammenarbeit an, wenn Deutschland lieber US-Flugzeuge als französische kauft. Hinzu kommt, dass der RN sich aktuell vor den EU-Wahlen bemüht, international anschlussfähig und weniger radikal zu erscheinen, um die Chancen auf politische Partner im Europäischen Parlament zu erhöhen. In Frankreich nimmt die öffentliche Debatte über nationale Unabhängigkeit, insbesondere in Energie- und Verteidigungsfragen, nach den europäischen Wahlergebnissen wiederum spürbar Fahrt auf. Bardella versucht die RN für ein bürgerlich-konservatives Publikum anschlussfähig zu machen, hebt aber gleichzeitig die Eigenständigkeit und nationale Souveränität seiner Partei hervor. Aktuelle Recherchen: 1. Die Süddeutsche Zeitung berichtet ausführlich über die Strategie der Rechtspopulisten in Europa vor den EU-Wahlen und analysiert, wie sich Parteien wie Rassemblement National und AfD zunehmend voneinander abgrenzen, um international anschlussfähig zu bleiben und Koalitionen zu ermöglichen (Quelle: Süddeutsche Zeitung). 2. Die Zeit nimmt die inneren Spannungen in rechten Parteien Europas unter die Lupe und beobachtet, dass der öffentliche Druck nach jüngsten Skandalen AfD und RN zu demonstrativen Abgrenzungen zwingt. Überraschend sei dabei, wie sehr die Parteien dabei auf Soft Power und frische Gesichter setzen, um ihr Image zu entstauben (Quelle: Die Zeit). 3. In einem ausführlichen Artikel analysiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Reaktionen europäischer Rechtspopulisten auf die Europawahl und beschreibt, wie Bardella mit scharfer Rhetorik versucht, Einfluss auf die neue europäische Ordnung zu nehmen und sich gleichzeitig als verlässlichen Partner darzustellen (Quelle: FAZ).