Rassemblement National grenzt sich von AfD ab: Bardella findet scharfe Worte

Jordan Bardella, Chef des französischen Rassemblement National, zeichnet deutliche Trennlinien zur AfD und kritisiert Deutschlands Europapolitik scharf.

heute 14:40 Uhr | 4 mal gelesen

Wenn man Jordan Bardella, das französische Gesicht des Rassemblement National, dieser Tage zuhört, merkt man sofort: Mit der deutschen AfD will er nicht in einen Topf geworfen werden. "Viele Positionen der AfD passen überhaupt nicht zu unseren Grundüberzeugungen", äußerte er im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Besonders die Nähe der AfD zu radikalen Kräften sowie deren harsche Ablehnung der EU sieht Bardella als Stolpersteine für jegliche Zusammenarbeit. Die AfD, betonte er, sitzt eben nicht mit dem RN in einem europäischen Bündnis. Auffällig ist, wie Bardella, fast wie ein Politiker aus dem Zentrum, die Unterschiede herausstellt: Während die AfD immer lauter einen EU-Austritt fordert, möchte der RN das europäische Gefüge tiefgreifend verändern – aber eben nicht zerstören. Für Bardella liegt die Zukunft Frankreichs nicht im Rückzug, sondern im Wandel. Das heißt auch, die EU-Kommissonspräsidentin von der Leyen sieht er lieber heute als morgen gehen, denn sie, so sagt er, habe Europa wirtschaftlich geschwächt – Stichpunkte: grüne Transformation, Verbrenner-Aus, Abschied von der Atomkraft. Ein eindeutiger Seitenhieb. Im Bereich Verteidigung schlägt Bardella pragmatischere Töne an. Anders als seine Vorgängerin Marine Le Pen kann er sich industrielle Kooperation mit Deutschland vorstellen, auch wenn es beim umstrittenen Luftkampfsystem FCAS gewaltig hapert. Das Argument: Auch ohne einheitliches Kampfflugzeug, gäbe es viele Felder der Zusammenarbeit – von Drohnenabwehr bis hin zu Satellitentechnik. Und Bardellas Appell an Deutschland wirkt fast wie ein Marktschrei: Kauft französische Jets, wenn ihr Frankreich als starken Partner wollt, statt weiter auf amerikanische Technik zu setzen. Ein Angebot mit Stolz – und einem Schuss Eigeninteresse.

Jordan Bardella, Chef des Rassemblement National (RN), markiert in einem aktuellen Zeitungsinterview klare Distanz zur deutschen AfD und betont, dass es fundamentale Differenzen in Grundwerten und Europapolitik gibt. Während die AfD einen EU-Austritt verfolgt, will der RN die Union reformieren, dabei jedoch das System erhalten – das Ziel ist Veränderung ohne Zerstörung. Bardella kritisiert daneben scharf die aktuelle Europapolitik, insbesondere Ursula von der Leyens Führung und greift auch die deutsch-französische Zusammenarbeit an, wenn Deutschland lieber US-Flugzeuge als französische kauft. Hinzu kommt, dass der RN sich aktuell vor den EU-Wahlen bemüht, international anschlussfähig und weniger radikal zu erscheinen, um die Chancen auf politische Partner im Europäischen Parlament zu erhöhen. In Frankreich nimmt die öffentliche Debatte über nationale Unabhängigkeit, insbesondere in Energie- und Verteidigungsfragen, nach den europäischen Wahlergebnissen wiederum spürbar Fahrt auf. Bardella versucht die RN für ein bürgerlich-konservatives Publikum anschlussfähig zu machen, hebt aber gleichzeitig die Eigenständigkeit und nationale Souveränität seiner Partei hervor. Aktuelle Recherchen: 1. Die Süddeutsche Zeitung berichtet ausführlich über die Strategie der Rechtspopulisten in Europa vor den EU-Wahlen und analysiert, wie sich Parteien wie Rassemblement National und AfD zunehmend voneinander abgrenzen, um international anschlussfähig zu bleiben und Koalitionen zu ermöglichen (Quelle: Süddeutsche Zeitung). 2. Die Zeit nimmt die inneren Spannungen in rechten Parteien Europas unter die Lupe und beobachtet, dass der öffentliche Druck nach jüngsten Skandalen AfD und RN zu demonstrativen Abgrenzungen zwingt. Überraschend sei dabei, wie sehr die Parteien dabei auf Soft Power und frische Gesichter setzen, um ihr Image zu entstauben (Quelle: Die Zeit). 3. In einem ausführlichen Artikel analysiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Reaktionen europäischer Rechtspopulisten auf die Europawahl und beschreibt, wie Bardella mit scharfer Rhetorik versucht, Einfluss auf die neue europäische Ordnung zu nehmen und sich gleichzeitig als verlässlichen Partner darzustellen (Quelle: FAZ).

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