Eine neue Art, verborgene Flächen zu entdecken
Es ist ein bisschen wie Schätze suchen: Wo stehen Grundstücke ungenutzt herum, wie lassen sich Baulücken füllen, wo könnten neue Wohnräume entstehen? Solche Fragen haben Planerinnen und Stadtverwaltungen bislang mit vielen Akten, Fußwegen vor Ort und einer guten Portion Bauchgefühl geklärt – durchaus mühselig. Im Kreis Kleve nimmt nun das digitale Baupotenzialregister diese Arbeit ab. Hier landen Daten über bebaubare Flächen vollautomatisch und stets aktuell auf einer zentralen Plattform, die für den Wohnungsbau ausgewertet wird. Klingt selbstverständlich, ist aber gar nicht so trivial: Automatisierte Analysen und ein stets aktueller Datenfluss, der auch Fehlstellen aufspürt, bedeuten einen echten Fortschritt für Kommunen.
Wie Digitalisierung Entscheidungsprozesse verändert
"Das Register ist eine Art Navi für Kommunalverwaltungen – man weiß sofort, wo noch gebaut, angebaut oder aufgestockt werden kann", so Martin Heußner von Sweco. Prüfungen und Entscheidungen lassen sich deutlich beschleunigen, weil komplexe Informationen übersichtlich und vergleichbar aufbereitet werden. Sogar ohne Bebauungspläne sieht man nun, welche Flächen kurzfristig nutzbar wären. Einheitliche Datensätze erleichtern die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Behörden und den Gemeinden. Und ohne das Register stünden viele Flächen vielleicht noch ewig leer – oder würden gar nicht erst als Möglichkeit erkannt.
Mit 3D-Technik auf der Suche nach Wohnraum
Sweco, führender europäischer Anbieter von Architektur- und Ingenieurlösungen, übernahm die technische Umsetzung. Mithilfe von FME-Software wurden sämtliche Baupotenziale in 3D abgebildet und mit bestehenden Gebäuden verglichen. So erschienen bislang herrenlose Grundstücke, mögliche Dachaufstockungen und Anbauflächen auf einen Blick. Auch weniger eindeutig beplante Bereiche sind jetzt sichtbar. Das System ist so gebaut, dass es zukunftsfähig bleibt: Bei Bedarf werden die Module einfach erneuert oder angepasst. Damit kann der Kreis Kleve neue Entscheidungen schneller treffen – nicht morgen, sondern jetzt.
Die kompletten Ergebnisse sind im 3D-Geoportal für den Kreis Kleve öffentlich abrufbar (einfach mal reinschauen: hier geht's zum Portal). Für Nachbargemeinden und andere Regionen könnte das Modell demnächst Vorlage sein.
Sweco bündelt europaweit die Expertise von 23.000 Profis und gestaltet nachhaltige Entwicklung in Stadt und Raum – gemeinsam mit ihren Kunden und immer am Puls von Digitalisierung und grüner Transformation. Mehr unter sweco-gmbh.de.
Kontakt für Interessierte: Katrin Zeuschner | Head of Communications and Marketing | E-Mail: marketing@sweco-gmbh.de
Originalmeldung (leicht verändert): Sweco GmbH / news aktuell
Der Kreis Kleve setzt als Vorreiter auf ein digitales Baupotenzialregister, um ungenutzte Flächen systematisch zu erfassen und für den Wohnungsbau schneller nutzbar zu machen. Mit dem Register gelingt es, Baulücken, Aufstockungsflächen und freie Grundstücke sowohl in geplanten als auch nicht beplanten Bereichen sichtbar zu machen, basierend auf aktuellen 3D-Daten und automatisierten Auswertungen. Das Vorhaben ist Teil eines bundesweiten Modellprojekts in Zusammenarbeit mit dem BMWSB und dem BBSR, die in ganz Deutschland Digitalisierung in der Flächenentwicklung vorantreiben; weitere Details zeigen, dass angesichts des stark gespannten Wohnungsmarkts viele Kommunen auf ähnliche datenbasierte Prozesse setzen, wobei Kleve in Sachen 3D-Visualisierung, laufende Aktualisierungen und offene Datenplattformen einen Schritt vorausgeht. Neue Entwicklungen in der bundesweiten Wohnungspolitik zeigen, dass solche digitalen Methoden als Zukunftslösung gelten und auch in der aktuellen Fachdebatte (z.B. im Zusammenhang mit Energiewende und Flächenversiegelung) verstärkt eingefordert werden.