Oft reden Fachleute eher abstrakt über die Zukunft von Transport und Logistik: stabile Lieferketten, bezahlbare Frachtpreise und umweltfreundliche Lösungen. Doch im Kern steckt weit mehr als politische Zielvorgaben oder neue Infrastruktur. Es sind Menschen wie Jennifer Herb und Michel Konermann aus Wanne-Eickel, die in aller Frühe vor Ort Hand anlegen und den Schienengüterverkehr Realität werden lassen.
Das Bundesverkehrsministerium hält ehrgeizig daran fest, bis 2030 den Anteil der Schiene am Gütertransport auf 25 Prozent hochzuschrauben. Und auch das Umweltbundesamt setzt darauf, dass Güter per Bahn und Schiff transportiert werden, um die Klimabelastung einzudämmen. Politische Konzepte sind das eine, aber erst die Umsetzung vor Ort macht den Unterschied: Draußen im Rangierbahnhof, unter unterschiedlichsten Wetterbedingungen, entstehen mit Muskelkraft, Teamgeist und Erfahrung die täglichen Transportströme.
DB Cargo ist das Herzstück des europäischen Schienengüterverkehrs: Mit zigtausend Wagen, 16 Landesgesellschaften und rund 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das Unternehmen rund um die Uhr aktiv. Die Besonderheiten der Arbeit werden schnell klar, wenn man – wie in Wanne-Eickel – den Menschen dabei zusieht, wie sie Züge zusammenstellen und kontrollieren, oft ganz allein zwischen den massiven Waggons. Ständige Wachsamkeit und die eingespielte Zusammenarbeit machen es möglich, dass jeder Kniff und jede Entscheidung sitzt.
Unverzichtbare Arbeit, die kaum jemand sieht
Klar – den Weg vom Lager zum Supermarktregal kennt kaum jemand aus der Nähe. Erst recht nicht, wer eigentlich hinter den Kulissen arbeitet, oft im Außeneinsatz, bei Kälte, Regen oder in der Dunkelheit: Lokführerinnen, Disponenten, Mechaniker, Teamleiter. Die wenigsten Shopper bedenken, dass zu jedem bestückten Regal ein Netzwerk von Nachtschichten, Funksprüchen und handfestem Zupacken gehört.
Sicherheit steht dabei an erster Stelle. Moderne Arbeitskleidung und Warnschutzkleidung sind heute nicht bloß praktikabel, sondern geben auch ein gewisses Maß an Würde zurück, wie rangierende Michel Konermann bemerkt. Für seine Kollegin Jennifer Herb zählen die kleinen Verbesserungen: Flexiblere Stoffe, intelligent platzierte Taschen oder einfach Handschuhe griffbereit zu haben – das zeigt, dass sich im Hintergrund wirklich jemand Gedanken gemacht hat.
André Wiechert, Standortleiter vor Ort, sieht in der Entwicklung der Arbeitskleidung eine spannende Metapher. Wer die alten schwarzen Anzüge aus der Kohle-Ära kennt, weiß: Die Eisenbahn ist im Wandel und heute zählt vor allem Sichtbarkeit und Respekt vor der Arbeit.
Schienengüterverkehr bleibt eine unsichtbare, aber tragende Säule von Wirtschaft und Klimaschutz. Unternehmen wie BP - Bierbaum-Proenen und die Deutsche Bahn sorgen dafür, dass der Alltag auf den Gleisen sicher und unterstützt von moderner Ausrüstung ablaufen kann. Am Ende sind es Gesichter wie die von Jennifer Herb und Michel Konermann, die zeigen, was 'Verkehrsverlagerung' Tag für Tag eigentlich bedeutet.
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Der Schienengüterverkehr rückt als klimafreundliche und effizientere Alternative zum Lkw-Transport stärker ins öffentliche Interesse. Hinter diesem Trend stehen aber nicht bloß große Ziele, sondern vor allem die Arbeit zahlloser Menschen im Hintergrund – von Rangierbegleiter:innen über Lokführer:innen bis hin zu den Teams in der Instandhaltung. Die Umstellung auf mehr Schiene bringt Herausforderungen mit sich: Neben Modernisierung der Infrastruktur und wachsendem Kostendruck sind auch Fachkräftemangel und Flexibilität im Arbeitsalltag zentrale Themen. Der jüngste Vorschlag des Bundesverkehrsministeriums, Investitionen und Digitalisierungsmaßnahmen zu verstärken, betont die Rolle der Mitarbeiter:innen vor Ort, da die reibungslose Verkehrsverlagerung nur gemeinsam mit erfahrenen Teams gelingt. Die Sicherheit der Beschäftigten rückt verstärkt in den Fokus: Anpassungen bei Ausrüstung und Arbeitsbedingungen zielen darauf ab, die körperlichen Herausforderungen und das Unfallrisiko zu verringern. Insgesamt zeigt sich: Ob Energiekosten, Klimaziele oder Digitalisierung – die Schiene kommt am Menschen nicht vorbei.