Ganz ehrlich: Es gibt selten Wettbewerbe, bei denen ich beim bloßen Lesen der Jurybegründung kurz schlucken muss. In diesem Fall wurde es am Dienstag feierlich, fast familiär, als die 24 Jugendlichen aus Hildesheim in der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film ausgezeichnet wurden. Moderiert von Nina Eichinger, flankiert von einer Jury voller bekannter Namen – darunter der langjährige Journalist Helmut Markwort und die Social-Media-Geschichtsaufklärerin Melina Hoischen, besser bekannt als „Miss History“. Zur Preisverleihung erschienen zudem prominente Gäste wie Michaela May oder Rainer Langhans.
Der prämierte Fünfminüter „Unsere Entscheidung: Mensch sein“ zeigt knallhart, wie Ausgrenzung im Alltag aussieht – schwarz-weiße Chatfenster, kalte Mauern, harte Worte. Doch statt im Trübsinn zu verharren, kippt der Beitrag: Aus Dunkelheit wird Farbe, aus Abgrenzung Zusammenhalt. Die Kamera fährt am Ende langsam die Teilnehmenden ab, Hand in Hand, verschieden und vereint – eine Szene, die im Gedächtnis bleibt. Besonders hervorheben muss man, dass die Schüler:innen sich nicht mit Gleichheit, sondern mit der Wertschätzung von Unterschiedlichkeit beschäftigen – ein Ansatz, der heutzutage schwer nötig ist.
Wer glaubt, solche Wettbewerbe seien eine Spielwiese für pädagogische Pflichtübungen, sei eines Besseren belehrt: Über 300 Jugendliche lieferten 34 eigenständige Filme ein. Die Top 3 setzte sich neben Hildesheim aus Teams aus Niestetal und Innsbruck zusammen, die sich mit Gedenkkultur und Gemeinschaft beschäftigten. Die Auszeichnung ist übrigens mehr als symbolisch: Preisgelder gab's von Vodafone, und das online-Voting machte die ganze Sache lebendig und offen.
Moderatorin Eichinger brachte es treffend auf den Punkt: Man spürt, wenn Jugendliche nicht nur etwas nacherzählen, sondern ihr eigenes Denken und ihr echtes Mitgefühl einbringen. Für viele von ihnen war es erstmals überhaupt ein Filmprojekt – Respekt, denn die technische und kreative Qualität überzeugte die Jury deutlich.
Noch ein Gedanke zum Thema: ‚Sei ein Mensch!‘ ist kein Spruch für die Statik, sondern gerade jetzt ein Ruf in den Alltag. Woher man kommt, wen man liebt, wie alt man ist – spielt keine Rolle, solange Empathie, Respekt und Zusammenhalt gelebt werden. Es ist schön zu sehen, dass Geschichte auch von jungen Menschen weitererzählt und neu gedacht werden kann. Die Beiträge sind übrigens alle unter www.history-award.de zu finden. Nur mal so als heutiger Surftipp.
Der HISTORY-AWARD 2026, der alljährlich vom HISTORY Channel verliehen wird, zeichnete dieses Jahr einen besonders berührenden Filmbeitrag von Hildesheimer Schüler:innen aus. Deren Video überzeugte durch eine innovative, bildstarke Darstellung von Alltagsausgrenzung und der bewussten Entscheidung für Menschlichkeit und Zusammenhalt – Themen, die nach wie vor aktuellen gesellschaftlichen Sprengstoff bergen. Die hohe Teilnehmerzahl und das breite Themenspektrum der eingereichten Projekte belegen eindrucksvoll, dass Jugendliche in Deutschland und Österreich sich aktiv und kritisch mit Geschichte und Gegenwart auseinandersetzen – und dabei durchaus zu unbequemen, inspirierenden oder ganz eigenen Sichtweisen finden.
Aktuelle Recherchen bestätigen eine steigende gesellschaftliche Sensibilität für Ausgrenzung, Diversität und soziale Verantwortung. In anderen Medienberichten der letzten 48 Stunden wird das Thema Vielfalt an Schulen, die Förderung von Geschichtsbewusstsein sowie kreative Schülerinitiativen für ein besseres Miteinander zunehmend beleuchtet. Gleichzeitig zeigen Analysen, dass Wettbewerbe wie der HISTORY-AWARD nicht nur pädagogisch wertvoll sind, sondern auch das Selbstbewusstsein und die Handlungskompetenz junger Menschen stärken können.