Merz und Trump sprechen über weitreichende Handelspläne

Im Weißen Haus warfen Merz und US-Präsident Trump große Themen auf den Tisch – darunter vage, aber bedeutsame Handelsverträge.

heute 18:21 Uhr | 3 mal gelesen

Donald Trump ließ am Dienstag im Oval Office aufhorchen: Nach eigener Aussage stand der Austausch mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Zeichen „einiger sehr großer Handelsabkommen“. Auf Details wollte sich der US-Präsident nicht festlegen – vieles bleibt im Nebel, wie so oft bei solchen Statements. Trump, der Merz inzwischen als Freund bezeichnet, lobte die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA als „großartig“. Offenbar, so Trump weiter, seien schon „gute Deals herausgekommen“. Merz hielt sich bei seinem Statement kurz; er sicherte Unterstützung beim US-Kurs gegen den Iran zu. Die Pressekonferenz drehte sich rasch um Irans Militär: Laut Trump ist dieses fast komplett lahmgelegt, lediglich „ein paar Raketen“ blieben übrig. Ungewöhnlicher Seitenhieb: Trump griff Spaniens Rolle in der Nato scharf an und drohte mit dem Ende aller Handelsbeziehungen, weil Spanien weder genug ins Militär investiere noch US-Angriffe von seinem Boden aus zulassen wolle. Deutschland dagegen wurde von Trump ausdrücklich gelobt, weil die US-Streitkräfte nach wie vor von hier operieren dürfen. Von deutschen Soldaten erwarte er nichts – allein die Unterstützung reiche. Auffällig: Trump stellte Merz als gänzlich anderen Charakter als Angela Merkel heraus, üblicherweise mit einem Seitenblick auf deren Migrationspolitik. Der ewige Zankapfel mit Brüssel – die Zölle – wurde ebenfalls angesprochen. Doch Trump winkte ab: Die USA hätten bereits gewonnen; die Zolleinnahmen hätten seinem Land laut eigener Aussage zu Wohlstand verholfen.

In ihrem Treffen im Oval Office präsentierten sich Bundeskanzler Merz und US-Präsident Trump demonstrativ einig, zumindest vordergründig – trotz vieler offener Fragen, vor allem beim Thema Handelsabkommen. Bei genauerem Hinsehen mangelte es an konkreten Angaben, sowohl zu den geplanten Deals als auch zu den sicherheits- und außenpolitischen Initiativen, insbesondere in Bezug auf den Iran und die künftigen amerikanisch-europäischen Beziehungen. Interessant ist, dass Trumps Lob für Deutschland und seine scharfe Kritik an Spanien erneut zeigen, wie situativ und impulsiv die USA unter Trump außenpolitisch auftreten; es bleibt offen, wie belastbar die angekündigten wirtschaftlichen Gewinnerzählungen sind und ob der postulierte Unterschied zwischen Merz und Merkel tatsächlich tragfähig ist. Ergänzend berichteten Medien in den letzten 48 Stunden über die angespannte transatlantische Atmosphäre, besonders im Kontext des Ukraine-Kriegs und der NATO, die Trumps Forderungen nach höheren Verteidigungsausgaben und seine ambivalenten Signale kritisch beleuchten. Außerdem wird in mehreren Leitmedien diskutiert, inwiefern der zunehmende wirtschaftliche Protektionismus der USA unter Trump – ob über Zölle oder gezielte Drohungen – die ohnehin ins Stocken geratenen EU-US-Verhandlungen weiter verkompliziert. Neue Entwicklungen in den USA, darunter innenpolitische Spannungen und die Vorbereitung auf die Präsidentschaftswahlen, wirken sich laut aktuellen Analysen direkt auf Trumps internationale Rhetorik und das deutsch-amerikanische Verhältnis aus.

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