Mineralölkonzerne geben Tankrabatt nur zum Teil weiter / Preise für Super E10 und Diesel um bis zu zehn Cent gefallen

München – Obwohl der Tankrabatt Autofahrer eigentlich spürbar entlasten sollte, landet laut ADAC ein Teil davon offenbar immer noch bei den Mineralölkonzernen. Die jüngste Preisübersicht zeigt: Im Wochenvergleich ging der Literpreis für Super E10 um 7,8 Cent zurück, bei Diesel waren es gute 10 Cent. Das bleibt dennoch einiges hinter dem eigentlichen Steuervorteil von 17 Cent zurück.

heute 12:45 Uhr | 2 mal gelesen

Der Ölpreis für Brent-Rohöl stagniert momentan bei etwa 110 Dollar pro Fass – fast identisch zum Stand vom 30. April, gerade vor Einführung des Tankrabatts. Auch beim Wechselkurs zum Dollar hat sich wenig getan, was einen fairen Preisvergleich zwischen Ende April und Anfang Mai ermöglicht. Dennoch sind Super E10 und Diesel nicht um die geplanten 17 Cent günstiger geworden. Während Super E10 sich um knapp acht Cent verbilligte, ist Diesel um etwa zehn Cent gefallen. Dass es daran liegt, dass noch besteuerte Altbestände in den Tanks lagern, lässt sich mit fünf Tagen Abstand kaum noch rechtfertigen. Der ADAC stellt deshalb infrage, ob wirklich die gesamte Steuersenkung weitergegeben wird – vielmehr sieht es so aus, als wandern ein paar Cent pro Liter einfach in die Kassen der Mineralölunternehmen. Wer beim Tanken sparen möchte, sollte laut ADAC besonders zur Mittagszeit auf den Zapfhahn drücken, da Preissteigerungen nur um 12 Uhr möglich sind, danach geht’s tendenziell runter. Als praktischen Tipp empfiehlt der Verein die „ADAC Drive“-App zum Preisvergleich – immerhin gibt’s über 14.000 Zapfsäulen zu checken. Mehr Infos rund ums Thema sind auf der ADAC-Seite zu finden.

Der Tankrabatt wird nach Einschätzung des ADAC bislang nur teilweise an die Kunden durchgereicht, was sich in einer geringeren Preissenkung als eigentlich zu erwarten widerspiegelt. Der Hintergrund: Die Energiesteuersenkung von 17 Cent pro Liter sollte angesichts gleichbleibender Ölpreise und Wechselkurse deutlicher zu Buche schlagen, doch nach aktuellen Messungen sind es nur etwa 8 bis 10 Cent. Laut erweiterten Medienberichten bleibt die Preispolitik der Tankstellen und Mineralölkonzerne weiterhin in der Kritik – jüngste Untersuchungen betonen, dass auch ein europaweiter Vergleich kaum größere Unterschiede zeigt, was Spielraum bei der Preisgestaltung nahelegt. Überdies haben Verbraucherverbände inzwischen angekündigt, das Bundeskartellamt auf verschleierte Gewinnmitnahmen aufmerksam zu machen – und fordern mehr Transparenz. Einige Energieexperten machen zudem auf die langjährige Problematik aufmerksam, dass Steuersenkungen an der Tankstelle oft nicht vollumfänglich bei den Endkunden landen.

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