Manchmal stolpert man über die besten Geschichten genau dort, wo man am wenigsten damit rechnet. Merle Fräbels jüngster Coup, der Europameistertitel, war so ein Fall. Dass sie explizit in Oberhof jubeln durfte, verwundert Insidern wenig; immerhin ist die Heimbahn eine Art verlängerter Flur für die 22-Jährige und der Ort, an dem sie fast schon mühelos Weltcup-Siege einfährt – wenn auch mit einem zwinkernden 'Würde langsam mal gern woanders siegen.'
Sie nimmt diese Erfolge irgendwie lakonisch. Nach dem Titel erstmal eine Bratwurst, statt Pathos, Autogrammkarte aktualisieren nicht vergessen – das ist Fräbel. Auch auf Olympia reagiert sie fast entspannt: 'Spaß steht über allem, bitte keinen unnötigen Druck.' Aber, täuschen sollte man sich nicht – mit ihrer Größe von 1,87 Meter und der Athletik setzt sie die Messlatte im Starterfeld. Vier perfekte Starts lauten ihre Wunschvorstellung; hinter dem simplen Wunsch steckt jede Menge Training und das Bewusstsein, dass vier Läufe mehr Chancen bieten als nur zwei. Ein Kolibri gleitet schließlich auch mit vielen Flügelschlägen souverän.
Man merkt, Fräbel hat nicht nur Talent, sondern auch Bodenhaftung. Ihre sportliche Reise begann durch eine pragmatische Elternwahl: Hol- und Bringservice plus Hausaufgabenbetreuung – da kann sogar Rodelfieber familienfreundlich entflammen. Von Suhl nach Oberhof, vom kleinen Mädchen zur Europameisterin, stets begleitet von erfahrenen Vorbildern. Respekt und ein bisschen Staunen schwingen in ihrer Einschätzung von Max Langenhan mit, während sie Felix Loch jederzeit um Rat fragen kann.
Was bleibt, ist eine selbstbewusste junge Frau, die weiß, was sie kann – und die endlich den Sprung ganz nach vorn schafft. Selbstzweifel? Fehlanzeige. Fräbel hat – das klingt kitschig, aber sei’s drum – Oberwasser.
Merle Fräbel, 22 Jahre alt, hat sich mit ihrer unkonventionellen Herangehensweise und ihrem starken Willen zur Führungsperson im deutschen Rodelsport entwickelt. Nach dem überraschenden Gewinn der Europameisterschaft nutzt sie sowohl ihre körperlichen Voraussetzungen als auch das aufgebaute Selbstvertrauen als fundamentale Stützen für die Olympischen Spiele – sie setzt dabei auf Lockerheit und mentale Stärke durch gezieltes Training. Aktuelle Berichte zahlreicher Medien unterstreichen ihren Status als aufstrebende Favoritin, nicht zuletzt durch ihren eigensinnigen Charakter und ihre authentische Einstellung zum Sport. In den letzten 48 Stunden wurde zudem berichtet, dass der internationale Rodelverband FIL den Fokus verstärkt auf Nachwuchsförderung und mentale Gesundheit in der Szene legt. Außerdem wird diskutiert, wie sich längere Rennformate – wie etwa vier Durchgänge statt zwei, wie bei Olympia – tatsächlich auf den Wettbewerb auswirken können und welche psychologischen Herausforderungen das an die Athletinnen stellt. Darüber hinaus ist zu lesen, dass die Olympischen Spiele 2026 in Italien bereits organisatorisch spannende Debatten anstoßen, von Infrastrukturfragen bis hin zu Klima-Auflagen.