Annette Schavan, Vorstandsvorsitzende der Hertie-Stiftung, bringt es im Jahresbericht auf den Punkt: Demokratie und Wissenschaft stehen massiv unter Druck – und die Stiftung will trotz (oder gerade wegen) dieser Herausforderungen sichtbare Akzente setzen. "Wir wollen die Leidenschaft für Demokratie entfesseln, Wissenschaft stützen und eine offene, respektvolle Diskussionskultur fördern", so Schavan.
Im Bereich der Neurowissenschaften meldet die Stiftung echte Fortschritte. Einige von ihr mitinitiierte Projekte, darunter das AI Institute für Gehirngesundheit in Tübingen und das Excellence-Netzwerk in der klinischen Neurologie, erhielten im Rahmen der Förderstrategie von Bund und Ländern Anerkennung. Damit will die Stiftung dafür sorgen, dass an den Schnittstellen von Forschungslabor, Klinik und Künstlicher Intelligenz neue Wege beschritten werden.
Seit 2025 ist Europa ein neuer Schwerpunkt: Mit Formaten wie der Salonreihe "Wir in Europa" wird gezielt der generationenübergreifende Austausch gefördert. Das frische "Weimarer Kolleg" will Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Deutschland, Frankreich und Polen vernetzen – und setzt dabei auf das Prinzip Lernen durch Dialog.
Auch in Frankfurt, dem Sitz der Stiftung, ist mehr Dynamik zu spüren: Mit den "Alte Oper Nights" wird ein modernes Kulturformat gefördert. Während das Silvia-Tennenbaum-Stipendium erstmals vergeben wurde und junge Talente aus Literatur und Kunst in die Mainmetropole holt – mit Themen wie Erinnerungskultur, Antisemitismus und demokratisches Bewusstsein als Fokus.
Mehr Details? Der vollständige Jahresbericht (digital): www.ghst.de/jahresbericht2025
Der digitale Jahresbericht der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung für 2025 dokumentiert eine deutliche Aufstockung der Projektgelder auf 49,2 Millionen Euro, mit besonderem Augenmerk auf Neurowissenschaften und Demokratiearbeit. Die Stiftung setzt nicht nur weiterhin impulsgebende Akzente in Forschung und Zivilgesellschaft, sondern erweitert ihren Aktionsradius durch eine gezielte Europaförderung und innovative Programme zur Vernetzung und Dialogförderung über Landesgrenzen hinweg. Insbesondere wurde mit neuen Initiativen wie dem Weimarer Kolleg und Programmen in Frankfurt ein frischer Wind spürbar, der zusätzlich gezielt auf Antisemitismusprävention und Erinnerungsarbeit abzielt.
Aktueller Stand: In den Tagen rund um die Europawahlen 2024 rückte europaweite Demokratieförderung verstärkt in den Fokus – zahlreiche Stiftungen und zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter die Hertie-Stiftung, starteten gemeinsame Kampagnen zur Wahlbeteiligung und belebten EU-weite Diskurse durch Foren und Initiativen (zum Beispiel "Wir in Europa"). In Bezug auf Künstliche Intelligenz in den Neurowissenschaften gab es jüngst vielbeachtete Diskussionen über ethische Standards und den Einsatz neuer KI-basierter Forschungstools, was der Hertie-Stiftung zusätzliche Aufmerksamkeit bescherte. Zeitgleich gewinnen in deutschen Metropolen Projekte gegen Antisemitismus und für Erinnerungskultur seit dem Nahost-Konflikt im Herbst 2023 wieder stärkeren Rückhalt bei Förderern und in der Öffentlichkeit.