Neue europäische Office-Suite „Euro-Office“ als echte Alternative zu Microsoft startet durch

Berlin – Immer mehr europäische Unternehmen und Behörden suchen nach Wegen, sich von amerikanischer Bürosoftware unabhängiger zu machen. Jetzt haben sich führende Technologieunternehmen und Open-Source-Köpfe aus ganz Europa zusammengetan und „Euro-Office“ vorgestellt: Eine neue Office-Software, die Datenschutz, Kompatibilität und einfache Bedienung verspricht. Prominente Unterstützung kommt von Unternehmen wie IONOS, Nextcloud sowie weiteren Open-Source-Protagonisten; eine technische Vorschau ist bereits jetzt für Interessierte frei zugänglich.

heute 15:06 Uhr | 3 mal gelesen

Was Europa an einer eigenen Office-Suite reizt

Wer hätte gedacht, dass klassische Office-Programme sich nach Jahrzehnten wieder zum Politikum aufschwingen könnten? Angesichts neuer geopolitischer Fronten und Datenschutzskandale wächst die Erkenntnis, dass vertrauliche Daten besser unter europäischer Obhut bleiben sollten.
Achim Weiß von IONOS bringt’s auf den Punkt: Europa fehlt bislang eine Rundum-Lösung, die mit Microsofts Formaten wirklich mithält – und zwar ohne Abhängigkeit von Übersee. Die neue Office-Suite verspricht genau das: vertraute Oberfläche, reibungslose Kompatibilität zu Word & Co.

Wenig überraschend sind bisherige Alternativen oft ein Kompromiss. Entweder hakt es bei der Benutzerfreundlichkeit, oder das Thema Lizenzrecht sorgt für Kopfschmerzen. Transparente Entwicklung und echte Vielfalt durch eine unabhängig agierende Community? Mangelware. Gerade wer mit kritischen Daten umgeht – Verwaltung, Gesundheitssektor, Forschung – kennt das Dilemma.

Euro-Office will die Lücke schließen. Die Suite unterstützt die gängigen Datei-Formate, will das Umsteigen einfach machen und setzt voll auf offene Lizenzen – markenrechtliche Fallstricke inklusive. Die Entwicklung läuft gemeinschaftlich, jede und jeder kann quasi über die Schulter schauen und mitgestalten. Ganz nach dem Motto: Mehr Kontrolle, weniger Blackbox.

Frank Karlitschek (Nextcloud) meint dazu: Die Bausteine sind eigentlich längst da – es fehlte nur der Mut (oder die Initiative?), sie sinnvoll zu vereinen. Jetzt soll daraus ein tragfähiges, langfristig betreutes Werkzeug entstehen, dem Anwender und Organisationen in Europa dauerhaft vertrauen können.

Gemeinschaft statt Alleingang

Euro-Office ist – zumindest nach außen – mehr als ein reines Softwarepaket. Die Liste der Unterstützer ist beachtlich: Neben IONOS und Nextcloud mischen bTactic, Soverin, OpenProject und andere mit. Ihr Ziel? Ein transparentes Regelwerk und möglichst viele kreative Köpfe, damit das Projekt nicht am Tellerrand der eigenen Organisation versandet. Mitmachen kann jede:r mit Interesse an besseren, freieren Arbeitsmitteln und digitaler Selbstbestimmung.

Jetzt ausprobieren: Die technische Vorschau

Wer schon einen Vorgeschmack will: Eine Technical Preview liegt auf GitHub. Was noch fehlt, ist das letzte Feintuning – und ehrliches Community-Feedback. Die stabile Version rollt voraussichtlich im Sommer aus.
Bildmaterial: hier.

Pressekontakt: Andreas Maurer, press@ionos.com, Tel. 0721/50958248

Mit Euro-Office unternehmen europäische IT-Unternehmen und zivilgesellschaftliche Akteure einen ernsthaften Versuch, die digitale Unabhängigkeit des Kontinents zu stärken. Die Suite setzt auf bewährte Open-Source-Prinzipien, verzichtet auf juristisch riskante Markenbindungen und sucht die Nähe zur Community. Im Vergleich zu bisherigen Office-Alternativen wie LibreOffice oder OnlyOffice will Euro-Office gezielt die Lücken in Kompatibilität, Bedienbarkeit und nachhaltiger Entwicklung schließen – eine technische Vorschau ist ab sofort auf GitHub testbar. Ergänzungen aus aktuellen Online-Quellen: Die Debatte um digitale Souveränität in Europa erhält seit der letzten europäischen Digitalstrategie Auftrieb. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung investieren mehrere europäische Staaten mittlerweile gezielt in Softwareentwicklungen und setzen dabei vermehrt auf Open Source, um Abhängigkeiten weiter zu reduzieren. Nach einem aktuellen Beitrag auf t3n.de wird auch das Thema Datenschutz für Unternehmen immer wichtiger – viele hoffen, mit Angeboten wie Euro-Office die Kontrolle über sensible Geschäftsdaten zurückzugewinnen und so regulatorischen Anforderungen der EU wie der DSGVO besser gerecht zu werden. Darüber hinaus nehmen Unternehmen die Umstellung auf eigene digitale Werkzeuge längst in die Hand: Ein Artikel auf spiegel.de berichtet, dass insbesondere Städte wie München und Hamburg erneut ihre IT-Infrastruktur auf Open-Source-Komponenten umstellen – oft auch als Reaktion auf Lizenzkostensteigerungen und Unsicherheiten durch internationale Anbieter. Die Herausforderungen sind zwar beträchtlich, doch der politische Rückenwind für europäische Software-Lösungen ist so stark wie selten zuvor.

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