Ich muss zugeben, als ich die Worte von Sepp Müller heute morgen gelesen habe, war mein erster Gedanke: Zurück zur Kernkraft – ist das wirklich realistisch? Der CDU/CSU-Fraktionsvize betonte in der 'Bild', wie wichtig die jüngsten Äußerungen von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen seien. Sie hatte erklärt, dass der Ausstieg aus der Atomenergie ein strategischer Fehler für Europa gewesen sei. Müller sieht vor allem dann Chancen, wenn kleine, sichere Reaktoren günstigen Strom liefern könnten – das klingt ein bisschen nach Science-Fiction, aber vielleicht ist genau das der Punkt: Innovationen lassen alte Debatten neu aufleben.
Und es bleibt nicht nur bei den klassischen Kernkraftwerken. Müller verweist – fast nebenbei – auf die Kernfusion, die zwar noch klingt wie eine Zukunftsmusik, aber von politischen Entscheidern inzwischen aktiv gefördert wird. 'Kernfusion wird für Deutschland eine wichtige Energiequelle werden', so seine Worte – etwas optimistisch, vielleicht, aber durchaus im Kontext des globalen Innovationsdrucks verständlich.
Auch aus der Industrie gibt es mittlerweile wieder lauter werdende Rufe nach einer neuen Atomdebatte. Oliver Zander vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall ließ in der 'Bild' verlauten, dass niedrige und verlässliche Strompreise ein Pfeiler für wirtschaftlichen Erfolg seien – und sieht die Kernkraft (wieder) als einen möglichen Baustein. Er mahnt, das Thema solle 'vorurteilsfrei' behandelt werden. Klingt fast, als sei Atomstrom plötzlich wieder gesellschaftsfähig. Aber sind wir schon soweit? Das bleibt abzuwarten.
Der Vorstoß von Sepp Müller und die Rückendeckung durch Ursula von der Leyen machen deutlich, dass die Debatte um die Atomkraft in Deutschland wieder Fahrt aufnimmt. Zum einen ist da die Hoffnung auf neue Technologien wie kleine modulare Reaktoren, zum anderen die fast visionäre Investition in die Kernfusion, deren Durchbruch jedoch immer noch aussteht. Während Industriekreise auf günstigen und zuverlässigen Strom drängen, gibt es nach wie vor Skepsis in der Bevölkerung, denn die Erinnerung an die Risiken ist präsent. Gleichzeitig zeigen aktuelle Medienberichte, dass weltweit am Ausbau neuer Atomkraft-Technologien gearbeitet wird – insbesondere Frankreich und Großbritannien setzen wieder stärker auf diese Energieform. In Deutschland wird vor allem die Diskussion um Versorgungssicherheit, Klimaziele und Wettbewerbsfähigkeit geführt. Über die letzten 48 Stunden wurde auf mehreren Nachrichtenportalen die Frage gestellt, ob angesichts steigender Strompreise und geopolitischer Unsicherheiten eine Neubewertung der Kernkraft sinnvoll sein könnte.