"Diese Lücke im Strafrecht dürfen wir nicht länger ignorieren", sagte Warken im Gespräch mit dem "Tagesspiegel". Sie macht deutlich, dass der Druck aus Politik und Gesellschaft wächst, damit die versprochene Verschärfung des Gesetzes nicht nur angekündigt, sondern auch schnell umgesetzt wird.
Laut Warken ist die Sache eindeutig: "Wird jemand durch künstliche Intelligenz zu einem Objekt sexualisierter Fantasien gemacht, wird die Menschenwürde massiv beschädigt." Besonders Frauen geraten laut ihr immer wieder ins Visier. "Das besonders Tückische an der jetzigen Rechtslage ist, dass die Täter oft ungeschoren davonkommen. Für die Betroffenen ist das eine weitere Erniedrigung." Die CDU-Politikerin fordert deshalb jetzt konkreten und schnellen gesetzlichen Nachbesserungsbedarf.
Warken betont jedoch, dass Paragrafen allein nicht reichen werden – Polizei und Justiz brauchen laut ihr auch mehr Fachleute, die gezielt und effizient gegen solche digital begangenen Taten vorgehen können. Und manchmal bleibt einem da einfach die Luft weg, wenn man darüber nachdenkt, wie viel Zeit in Deutschland selbst klare Fälle oft durch bürokratische Hürden verlieren.
Nina Warken drängt darauf, digitale sexualisierte Gewalt mithilfe klarer gesetzlicher Regelungen effektiver zu bekämpfen, indem die bestehende Strafbarkeitslücke rasch geschlossen wird. Sie kritisiert nicht nur die schleppende Umsetzung politischer Versprechen, sondern sieht auch die Gefahr, dass Polizei und Gerichte ohne zusätzliche Ressourcen kaum Chancen haben, mit der Dynamik digitaler Taten Schritt zu halten. Laut aktuellen Medienberichten gibt es bundesweit eine wachsende Zahl an Fällen, bei denen Deepfake-Technologien zum Einsatz kommen – und die tatsächlichen Opfer weiterhin auf Gerechtigkeit warten.
Neuere Entwicklungen zeigen, dass im Bundestag vermehrt Rufe nach einer Verschärfung bestehender Gesetze laut werden. Andere Politiker:innen und Expert:innen warnen davor, dass KI-gestützte Deepfakes auch über den Bereich der sexualisierten Gewalt hinaus – etwa zur politischen Manipulation – zu ernsten Bedrohungen werden. Die Bundesländer beraten derzeit über gemeinsame Standards für Polizei und Justiz sowie über die engere Zusammenarbeit mit Tech-Unternehmen zur effektiveren Verfolgung von Tätern.