Ganz ehrlich: Ganz ausschließen kann das wohl niemand mehr – ein Ölpreis von 180 Dollar pro Barrel wäre nicht nur eine historische Hausnummer, sondern würde den Rekord aus 2008, einst 150 Dollar, weit überbieten. Manuel Frondel vom RWI-Leibniz-Institut brachte es gegenüber der 'Rheinischen Post' auf den Punkt: Sollte dieses Szenario eintreten, wäre die ohnehin zähe Inflation nochmal neu befeuert. Ökonomische Hoffnungsschimmer für 2026? Schwierig, zumindest in Sachen Wachstum. Und wie ist das für normale Leute? Wer eine Gasheizung hat, profitiert noch von laufenden Verträgen mit Preisbindung – aber Neuabschlüsse könnten richtig wehtun. Wem allerdings die alte Ölheizung weiterhin Gesellschaft leistet, hat immerhin Glück, dass die sechs kalten Monate erstmal durch sind. Vielleicht beruhigt sich ja bis Herbst wieder was. Nun, trauen sollte man dem Frieden auf dem Energiemarkt derzeit jedenfalls nicht.
Die heftigen Ausschläge am Ölmarkt spiegeln die Unsicherheiten angesichts geopolitischer Risiken wider, wobei der Iran-Konflikt die Sorgen vor erneuten Preishochs verstärkt. Wirtschaftsforschungsinstitute warnen, ein weiterer Preisanstieg könne die Inflation in Deutschland deutlich verstärken, Konsum ausbremsen und sogar den wirtschaftlichen Erholungszyklus nach der aktuellen Flaute abwürgen. Besonders betroffen wären Haushalte mit flexiblen Energieverträgen, während einige Verbrauchergruppen (noch) durch Preisbindungen geschützt sind. Zusätzlich weisen aktuelle Berichte darauf hin, dass auch internationale Märkte nervös reagieren, was sich in höheren Tankstellenpreisen und einer angespannten Stimmung in der Industrie bemerkbar macht.