Recht auf Gesundheit: mkk startet Petition für Grundgesetz-Änderung

Berlin – Angesichts immer längerer Krankheitslisten, Finanzierungslücken und fehlgeleiteter Präventionspolitik schlägt die mkk – meine krankenkasse Alarm. Im Mittelpunkt steht ein Perspektivenwechsel: Gesundheit soll als Grundrecht verankert und systematisch gefördert werden – weit über die bisherigen Flickenteppiche zwischen den Behörden hinaus.

heute 10:05 Uhr | 2 mal gelesen

Die mkk – meine krankenkasse fordert entschieden ein Grundrecht auf Gesundheit in der Verfassung. Das bisherige Konzept – es steht nur das Recht auf körperliche Unversehrtheit im Grundgesetz – reicht laut mkk nicht aus. Im aktuellen Positionspapier spricht die Krankenkasse Klartext: Gesundheit muss als gesellschaftliche Querschnittsaufgabe politisch priorisiert werden, nicht mehr nur als Thema medizinischer Versorgung. Der Status quo ist eher ein Wirrwarr aus verstreuten Zuständigkeiten und kurzfristigen Einzelregelungen – mit entsprechend bescheidenen (und teuren) Resultaten. Der von der mkk vorgeschlagene Artikel-Text – 'Jeder hat das Recht auf körperliche, geistige und seelische Gesundheit.' – soll den Staat dazu verpflichten, nicht nur zu heilen, sondern mit Prävention und Aufklärung viel grundlegender anzusetzen. Vorständin Andrea Galle hat zusammen mit Präventionsexperte Prof. Ingo Froböse deshalb eine Petition an den Bundestag gerichtet. Ihr Ziel: Eine breite Debatte anstoßen, damit Gesundheit endlich zur politischen Leitfrage wird und nicht weiter von Finanzierungszwängen erdrückt. Laut einer repräsentativen forsa-Umfrage befürwortet ohnehin eine satte Mehrheit der Deutschen (61%) so eine Grundgesetzänderung. Froböse, Mitinitiator der Petition, stellt klar: 'Gesundheit entsteht überall – in Schulen, im Job oder am Küchentisch. Prävention ist nicht nur ein Bonus, sondern essenziell.' Während die Gesundheitskosten mit 538 Milliarden Euro jährlich explodieren, bliebe bei rechtzeitiger Prävention wohl vieles erspart – die WHO und das Deutsche Krebsforschungszentrum schätzen: Rund 40 Prozent der Krebserkrankungen ließen sich mit gesünderem Lebensstil verhindern. Die mkk zeigt auf: Wo Staaten mit Zuckersteuer, Alkohollimit oder anderen Maßnahmen aktiv werden, sind Erfolge spürbar. Ihr Plädoyer – Prävention ist keine Kür, sondern Grundlage für Lebensqualität, Teilhabe und Stabilität – formuliert sie klar und fordernd. Jetzt ist der Bundestag am Zug.

Der Vorschlag der mkk, das Grundgesetz um ein explizites Recht auf Gesundheit zu ergänzen, trifft einen Nerv: Steigende Krankheitslast und immense Gesundheitskosten zwingen zu einem Kurswechsel, wie auch verschiedene Gesundheitsexperten und Institutionen betonen. Der Fokus auf Prävention, also das aktive Verhindern von Erkrankungen statt nachträglicher Behandlung, erfährt international wie in Deutschland neue Aufmerksamkeit – nicht zuletzt, weil viele Volkskrankheiten (von Diabetes bis Krebs) mit besserer Aufklärung, frühen Interventionen und geeigneten politischen Rahmenbedingungen bedeutend eingedämmt werden könnten. Laut aktuellen Studien und Stimmen aus Politik und Gesellschaft unterstützen viele die mkk-Forderung, das Thema Gesundheit konsequent in der Breite und auf struktureller Ebene zu stärken, etwa indem gesundheitsförderliche Gemeinschaften geschaffen und Prävention nicht länger als Kostentreiber, sondern als gesellschaftliche Investition verstanden wird. Jüngste Artikel betonen außerdem, wie der Reformdruck im Gesundheitswesen zunimmt: Ob durch die Debatte um Lieferengpässe bei Medikamenten (etwa wegen globaler Abhängigkeiten), die Herausforderungen bei der Personalgewinnung für Kliniken und Pflege oder die Notwendigkeit, digitale und sozialräumliche Ansätze zu verbinden – Gesundheitspolitik wird auch in den kommenden Jahren eins der konfliktträchtigsten und zugleich zentralsten Felder bleiben. (Stand: Juni 2024)

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