Man könnte fast meinen, die Kosmetik- und Waschmittelhersteller hätten eine Art eingebauten Krisen-Airbag. Doch dieser Airbag verliert Luft: Trotz eines leichten Umsatzanstiegs im ersten Quartal 2026 wirken die Zahlen unter der Haube eher spröde. Schönheitspflegeprodukte verzeichnen zwar im Inland einen Zuwachs von 2,2 Prozent und können dadurch zumindest einen Teil des Branchenergebnisses stabilisieren. Die Haushaltspflege hingegen hat einen kleinen Dämpfer, mit -0,5 Prozent, ein Rückschritt, der sich besonders in krassen Ausschlägen zeigt: Hand- und Körperpflege schießen mit +12 Prozent nach oben, Feinwaschmittel stürzen gleichzeitig um ganze 24 Prozent ab. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Menschen ganz bewusst und sehr selektiv kaufen – da gönnt man sich das Duschgel, spart aber bei Spezialreinigern. Die Exportseite zeigt ähnliche Bruchlinien: Während Lippenstifte, Deos und Düfte im Ausland gefragt sind, ziehen Schuh- und Möbelpflege weiter den Kürzeren. Geopolitische Unwägbarkeiten und zunehmend lähmende Regulierung lassen die Branche nicht zur Ruhe kommen. IKW-Geschäftsführer Thomas Keiser spricht ungewohnt offen von der Belastungsgrenze: Innovationen und Alltagstauglichkeit haben die Branche widerstandsfähig gemacht, aber ein Wachstum aus dem Stand – das gibt es gerade nicht mehr. Ein Weckruf an die Politik: Dringend Hilfe, bitte weniger Zettelwirtschaft und, ja, ein bisschen Mut zum großen Wurf.
Die deutschen Hersteller von Kosmetik- und Waschmitteln schreiten weiterhin auf einem schmalen Grat zwischen Stabilität und Stagnation. Das moderate Umsatzwachstum von 1,4 Prozent im ersten Quartal 2026 kaschiert große Unterschiede zwischen Produktgruppen und Märkten: Während Pflegeprodukte im Inland zulegen, steckt der Haushaltsbereich in der Klemme, ebenso sind im Export Licht und Schatten sichtbar. Getrieben werden diese Entwicklungen durch vorsichtige Verbraucher, neue gesetzliche Anforderungen und geopolitische Unsicherheiten; die vielzitierte Resilienz der Branche stößt zunehmend an ihre Grenzen.
Neue Recherchen ergeben, dass in den vergangenen Tagen erneut diskutiert wurde, wie die Branche auf steigende Energiepreise, Lieferkettenprobleme und die noch unberechenbaren Folgen geopolitischer Spannungen reagiert. Besonders die Notwendigkeit nachhaltiger Verpackungen und Produkte zur Kreislaufwirtschaft wurde intensiv thematisiert. Zusätzlich gerät das Verbraucherverhalten immer stärker in den Fokus – laut aktuellen Verbraucherumfragen scheren sich viele Kund:innen weniger um Marken, sondern achten mehr auf Preis, Inhaltsstoffe und Umweltwirkung.