Senf, Feinkost und Suppen: Was Deutschland wirklich isst – Ein Blick in die Genuss-Studie 2026

Bonn – Der Klassiker auf dem Teller: Vier von fünf Deutschen greifen regelmäßig zum Senf, wie aktuelle Zahlen der Kulinaria Genuss-Studie 2026 belegen. Mit einem Anteil von 76 Prozent rangiert Senf noch vor Essig, Soßen und Suppen auf der Beliebtheitsskala – das ergab eine Ipsos-Befragung unter 1.000 Erwachsenen im Auftrag des Branchenverbands Kulinaria Deutschland e.V.

heute 11:23 Uhr | 5 mal gelesen

Senf ist offenbar so etwas wie das sprichwörtliche Salz in der Suppe deutscher Essgewohnheiten. Rund ein Drittel entscheidet sich bevorzugt für mittelscharfen Senf – der bleibt also im Trend. Doch: Die Offenheit für Neues ist weitaus größer als vielleicht gedacht. Fast genauso viele Menschen zeigen Neugier für Experimente wie Honigsenf, süße oder kräuterige Varianten. Sind das die Vorboten einer kleinen Senfrevolution? Auch bei Feinkostsalaten zeigt sich Altbewährtes: Kartoffelsalat bleibt unschlagbar. Kraut- und Nudelsalat folgen, aber der Appetit nach Veränderung ist auch hier zu erkennen – vor allem wünscht sich das Publikum übersichtlichere Zutatenlisten, schlicht: weniger Zusatzstoffe, weniger Zucker, weniger Fett. Offenbar hat sich das Bewusstsein für gesündere Ernährung längst breitgemacht. Feinkostsoßen erzählen ein ähnliches Bild: Ketchup ist der Held am Grill, dicht gefolgt von Mayonnaise und Knoblauchsoße. Ein interessanter Kontrast: Während Tradition geschätzt wird, greift man doch gern zu schnellen Mahlzeiten. Fertiggerichte und Tütensuppen werden weiter eingekauft – da sie schlichtweg den Alltag erleichtern. Gleichzeitig bleibt der Wunsch nach Qualität und Natürlichkeit, ein Spagat, den die Industrie irgendwie meistern muss. Laut Dr. Markus Weck, Chef des Kulinaria-Verbands: Gute Klassiker plus überraschende Neuheiten – das ist offenbar das Erfolgsrezept für die kommenden Jahre. Am Rande: Die Zahlen stammen aus einer Online-Erhebung mit genau 1.000 Menschen, ausgewählt nach ganz verschiedenen Merkmalen quer durchs Land.

Die Studie von Kulinaria Deutschland e.V. bringt ans Licht, wie tief verwurzelt Klassiker wie Senf, Kartoffelsalat oder Ketchup in deutschen Haushalten sind. Gleichzeitig dokumentiert sie ein wachsendes Bedürfnis nach mehr Natürlichkeit – weniger Zusatzstoffe und Zucker stehen klar auf der Wunschliste. Fertiggerichte bleiben trotz aller Trends zu frischer Küche ein fester Bestandteil des Einkaufs, wobei Zeitmanagement für die Verbraucher eine gewichtige Rolle spielt. Aktuelle Recherchen zeigen: Auch im Jahr 2024 fließen ökologische und gesundheitliche Überlegungen weiterhin immer stärker in den Einkauf mit ein. Der Markt für pflanzenbasierte Feinkostalternativen wächst stetig, und viele Verbraucher informieren sich detailliert über Zutaten und Herstellungsprozesse. Die Lebensmittelbranche reagiert darauf mit Transparenz-Initiativen, innovativen Verpackungslösungen und verstärkter Kommunikation zu Produktqualität, wie zuletzt etwa in Branchenbeiträgen auf den Seiten der FAZ und Süddeutschen. Gleichzeitig ist in Debatten, etwa bei der taz, zu spüren: Die Sehnsucht nach Ursprünglichkeit im deutschen Einkaufswagen steht manchmal im Widerspruch zum Wunsch nach Bequemlichkeit und schneller Zubereitung.

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