Stimmungstief für Regierung und Kanzler – Skepsis rund um Gesundheitsreform wächst

Mainz – Ein Jahr nach Regierungsstart der schwarz-roten Koalition mischt sich tiefer Frust in viele Köpfe: Ganze 69 Prozent halten die bisherige Arbeit der Regierung für minderwertig, nur noch 26 Prozent können dem Regierungsstil etwas Gutes abgewinnen. Gerade mal die eingefleischten CDU/CSU-Fans zeigen sich zustimmend – der Rest scheint eher ratlos oder kritisch. Bundeskanzler Friedrich Merz teilt das Schicksal seines Kabinetts und rutscht in den Gunstwerten spürbar ab.

vor 59 Minuten | 2 mal gelesen

Kaum ist ein Jahr vergangen, da gerät das Regierungsbündnis aus Union und SPD zunehmend ins Wanken. Während im März noch etwa zwei Drittel an ein Durchhalten bis 2029 glaubten, sieht nun die Hälfte der Deutschen eine Zäsur vor sich. Das Thema SPD sorgt für Zündstoff: 35 Prozent meinen, sie habe zu viel Macht, ein Viertel hält ihren Einfluss für zu gering, und knapp ein Drittel findet das Gleichgewicht akzeptabel – je nach Parteibrille sieht man die Sache eben anders. Die Parteiwindrichtung schlägt auch bei der 'Sonntagsfrage' durch: Die AfD liegt mit 27 Prozent knapp vorn, während CDU/CSU stagniert und SPD sowie Grüne tief im Minus schwimmen. FDP bleibt weiter im Keller. Bei den Politiker:innen schneidet Verteidigungsminister Pistorius am freundlichsten ab, während Friedrich Merz mit minus 1,3 Punkten einen neuen Tiefpunkt setzt – kein leichter Stand. Die Gesundheitsreform, mit Sparplänen quer durch alle Bereiche, kommt im Land nicht gut an: Lediglich 14 Prozent halten die Lastenverteilung für fair, ein beachtlicher Anteil zweifelt an deren Wirkung. Zwei Drittel der Deutschen sprechen sich für eine stärkere Besteuerung von Spitzenverdienenden aus. Und Amerika? 51 Prozent wollen bei Trumps Zoll-Show auf Gegenmaßnahmen setzen, die anderen plädieren für Gespräche. Nach Trumps Androhung, US-Soldaten abzuziehen, trauen 77 Prozent der NATO-Partnerschaft unter Trump eher nicht über den Weg. Beim US-Irankrieg erwartet nur ein Drittel einen amerikanischen Durchmarsch. Die Umfrage stammt von der Forschungsgruppe Wahlen (5.-7. Mai, 1.240 Teilnehmende) und ist laut eigener Angabe repräsentativ. Nächste Runde: 22. Mai.

Im Frühjahr 2026 ist die Geduld der Bevölkerung mit der schwarz-roten Bundesregierung aufgebraucht: Mit fast 70 Prozent Unzufriedenheit liegt das Vertrauen auf einem Rekordtief – Tendenz weiter fallend, wie jüngste Umfragen zeigen. Die Kabinettsmitglieder punkten nur punktuell, Kanzler Merz steht nach Ansicht vieler Wähler:innen für schwache Führung, und die geplante Gesundheitsreform schafft mehr Misstrauen als neue Zuversicht. Im Vergleich zur Lage vor einem Jahr hat sich der Abstand zu den Umfragewerten der früheren Ampel-Regierung deutlich vergrößert, was nach Einschätzung vieler Medien an einer Mischung aus politischer Orientierungslosigkeit, ungeliebten Sparpaketen und anhaltender Unsicherheit rund um internationale Beziehungen und Handelsfragen liegt. Nach Recherchen der letzten 48 Stunden wurde in mehreren Artikeln auf www.spiegel.de und www.zeit.de die sinkende Vertrauensbilanz der Bundesregierung analysiert; Experten verweisen dort auf die ungelösten Probleme in der Migrations- und Sozialpolitik, aber auch auf einen spürbaren Mangel an klarer Kommunikation in der Krisenbewältigung. Durch das Fortschreiten der Gesundheitsreform wächst die Debatte um Gerechtigkeit, und laut einer neuen Auswertung von www.sueddeutsche.de verheißen die geplanten Sparmaßnahmen wenig Entlastung für Bürger:innen oder medizinisches Personal. Die europapolitische Unsicherheit wird ferner durch das Umfrageklima der letzten Wochen verstärkt, wie www.faz.net berichtet: Die Mehrheit der Bürger rechnet nicht mit einer verlässlichen US-Sicherheitspolitik unter Trump und sorgt sich vor den wirtschaftlichen Folgen neuer Zölle.

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