Streit um Schuldenbremse: SPD-Generalsekretär kritisiert Union für angebliche Unehrlichkeit

Tim Klüssendorf, Generalsekretär der SPD, wirft der Unionsfraktion Täuschung und mangelnde Offenheit bei der Schuldenbremsen-Debatte vor.

heute 09:01 Uhr | 3 mal gelesen

Am Mittwoch äußerte sich Tim Klüssendorf in Interviews mit RTL und ntv ziemlich direkt – zumindest für politische Verhältnisse. Es gehe nicht darum, Prinzipienreiterei zu betreiben, sondern realistisch auf die Lage des Landes zu blicken. Dabei verweist er auf einen Vorstoß seines Parteikollegen Matthias Miersch, der ganz bewusst in die Debatte eingebracht wurde: für Klüssendorf kein Tabubruch, sondern eine Einladung zu mehr Ehrlichkeit. Klüssendorf gibt sich überzeugt, dass niemand genau wissen kann, wie sich geopolitische Krisen – wie etwa der Krieg im Iran – auf die deutsche Wirtschaft auswirken werden. Genau deshalb dürfe man sich nicht jetzt schon gegen mögliche Lösungswege verschließen, auch wenn manche Kreise lieber alles beim Alten lassen würden. Als der Unions-Abgeordnete Christian von Stetten der Koalition geringe Überlebenschancen ausstellt, winkt Klüssendorf müde ab: diese Skepsis teilt er keineswegs. Zu oft sei gerade die Union mit Scheinlösungen hausieren gegangen, etwa vor den letzten Wahlen, als suggeriert wurde, mit Sparmaßnahmen bei Bürgergeldempfängern sei alles getan. Wenig später kam die Kehrtwende, zum Beispiel mit dem überraschenden Beschluss für ein Sondervermögen, das prompt zu neuen Verpflichtungen führte. Klüssendorf ist überzeugt: Weniger Ideologie, mehr Pragmatismus – das braucht das Land jetzt. Ehrliche politische Diskussionen seien gefragt, nicht Schaulaufen für die Galerie.

Die Diskussion um die Schuldenbremse bleibt eines der heißesten Eisen der aktuellen Politik, wobei SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf die Union wegen vermeintlicher Widersprüche zurechtweist: Mal gegen Lockerungen wettern, wenig später Milliarden-Sondertöpfe genehmigen – diese Sprunghaftigkeit nimmt er ihnen übel. Seine eigenen Zweifel, was die Berechenbarkeit globaler Krisen angeht, kann man nachvollziehen, denn Unsicherheiten wie der Krieg im Iran werfen viele Planungen über den Haufen. Nicht zuletzt zeigt ein Blick in verschiedene Quellen, dass sowohl wirtschaftlicher Druck als auch politische Frontenbildung das Thema immer wieder neu aufladen – und selten bleibt es bei nüchternen Abwägungen. Recherchen ergaben: Die Bundesnetzagentur warnte gerade wieder vor möglichen Auswirkungen geopolitischer Krisen auf Energiepreise und Versorgungssicherheit – das könnte auch auf politische Stabilität und Haushaltsplanungen ausstrahlen. Gleichzeitig wird in Medien wie dem Spiegel und der Zeit der Ruf nach einer Reform der Schuldenbremse lauter, weil Investitionsstaus und der Wandel in der Wirtschaft immer schwerer mit strengen Schuldenregeln vereinbar scheinen. Aktuelle Analysen zeigen, wie unterschiedlich Parteipositionen zu Finanzierungsfragen ausfallen; Feierabendstimmung scheint jedenfalls nirgendwo – eher brodelt es weiter hinter den Kulissen.

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