Die Wahl in Baden-Württemberg brachte, aus Noppers Sicht, keinen wirklichen Gewinner hervor. Der CDU-Politiker findet: 'Es spricht eigentlich nichts dafür, dass allein die Grünen das Ministerpräsidentenamt einnehmen sollten.' Sein Vorschlag wirkt beinahe schon ein wenig experimentell: Wer sagt denn, dass der oder die Ministerpräsident:in immer aus einer Partei sein muss? Warum nicht ein Rotationsmodell, wo sich Grüne und CDU abwechseln – jeweils eine Weile am Ruder. Das würde, so Nopper, für echte Chancengleichheit sorgen, vor allem wenn Schwarz-Grün oder Grün-Schwarz am Ende gemeinsam regieren sollten. Besonders nach den verbissen geführten Wahlkampftagen sei schnelles zur Routine zurückkehren aus seiner Sicht unangebracht – vor allem, weil die Auseinandersetzungen nicht gerade fair waren. Er fordert entsprechend, die Grünen müssten weitreichende Zugeständnisse machen, die über den simplen Zuschnitt von Ministeriums-Posten hinausgehen – wenn überhaupt eine Koalition infrage käme.
Noppers originelle Idee der zeitweisen Doppelspitze spiegelt die politische Zerrissenheit nach der Wahl in Baden-Württemberg wider – und zeugt von wachsender Unzufriedenheit mit klassischen Koalitionsbildungsprozessen. Auffällig ist sein Appell, nicht einfach zum Alltagsgeschäft überzugehen, sondern stattdessen frische, vielleicht unkonventionelle Modelle wie das Rotationsprinzip zu diskutieren. Seine Stellungnahme löste lebhafte Debatten in Medien und Landespolitik aus: Die 'Süddeutsche Zeitung' berichtet, dass die Parteien unter großem Druck stehen, neue Wege der Zusammenarbeit auszuloten, wobei insbesondere von Seiten der CDU ungewöhnlich harte Bedingungen gestellt werden (z. B. Quelle: Süddeutsche Zeitung).