Manchmal frage ich mich ja, ob Entscheidungen in Berlin nicht auf einer ganz anderen Rechnungsgrundlage getroffen werden als am heimischen Küchentisch. Laut einer Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) werden neue Gaskraftwerke um einiges teurer, als man es uns verkaufen möchte. Die Stromkosten pro Kilowattstunde könnten – mit allem Drum und Dran – auf bis zu 67 Cent steigen. Zum Vergleich: Sonnen- und Windstrom gibt's schon lange für weniger als zehn Cent das Stück. Viele versteckte Kosten landen ohnehin bei uns allen, auch bei denen, die heute noch nicht mal geboren sind. Das betrifft nicht nur direkte Strompreise, sondern etwa auch Schäden durch das Klima oder teure staatliche Zuschüsse, damit Erdgas überhaupt konkurrenzfähig bleibt.
Was ich ziemlich schockierend finde: Die aktuellen Erfahrungen mit schwankenden Gaspreisen (man denke nur zurück an 2022) führen dazu, dass Gaskraft fast schon ein Glücksspiel wird. Energie aus Gas kann – je nach Preisentwicklung – sprunghaft teuer werden, während Wind und Sonne davon kaum betroffen sind.
Klar ist außerdem: Erdgas ist nicht das „bisschen sauberer“ gegenüber Kohle, als was es oft dargestellt wird. Ein Großteil des Erdgases kommt von weit her, und die damit verbundenen Methan-Emissionen tauchen in den deutschen Klimabilanzen meist gar nicht auf. Da kommt eigentlich keiner mehr drum herum: Wer heute auf Gas setzt, bürdet die Kosten künftiger Generationen auf und verschiebt Risiken ins Ausland.
Die Studie hebt hervor, dass erneuerbare Back-up-Lösungen wie Stromspeicher, Bioenergie oder grüner Wasserstoff nicht nur umweltverträglicher, sondern vielfach auch günstiger werden können. Aber davon will die Politik anscheinend erstmal nichts wissen. Die Energiegenossenschaft Green Planet Energy (1999 von Greenpeace gegründet) fordert deshalb, dass für neue Kraftwerke technologieoffen ausgeschrieben werden müsste und die Erneuerbaren faire Bedingungen bekommen. Klingt erstmal sinnvoll – und deutlich zukunftsgerechter als der nächste Milliarden-Deal für fossile Infrastruktur.
Eine aktuelle Studie hat aufgedeckt, dass die geplanten neuen Gaskraftwerke in Deutschland massive Mehrkosten verursachen könnten – bis zu 67 Cent je Kilowattstunde, wenn man Klimafolgen, Subventionen und Abhängigkeiten einrechnet. Trotz staatlicher Förderung bleiben die Risiken hoch, insbesondere wegen möglicher Preisschocks und klimaschädlicher Emissionen, die zum Teil sogar schlimmer sind als bei Kohle. Im Vergleich dazu sind erneuerbare Alternativen wie Speicher, Biogas und Wasserstoff nicht nur günstiger, sondern auch deutlich nachhaltiger – eine Erkenntnis, die Experten und Umweltverbände aktuell in politischen Diskussionen immer lauter einfordern.
Zudem bestätigen jüngste Berichte von taz und ZEIT, dass aufgrund der aktuellen Energiepreisschwankungen immer mehr Bürgerinnen und Bürger den Ausbau erneuerbarer Energien als unverzichtbar betrachten, zumal der Gasmarkt weiterhin durch globale Konflikte und Lieferketten unsicher bleibt. Laut FAZ analysiert die Bundesregierung aktuell erneut ihre Energiepläne: Bereits geplante Subventionen für Gasinfrastruktur stehen erneut auf dem Prüfstand, da die versprochenen günstigen Preise für Endverbraucher wohl illusorisch bleiben. In der Süddeutschen heißt es, dass die EU-Kommission jetzt ebenfalls Druck auf Deutschland ausübt, verstärkt Richtung erneuerbare Back-ups umzusteuern – vor allem mit Blick auf die Einhaltung der Klimaziele und mehr Versorgungssicherheit.